Forderungen nach strengeren Regeln für soziale **Plattformen** zum Schutz von Jugendlichen

Forderungen nach strengeren Regeln für soziale **Plattformen** zum Schutz von Jugendlichen
Expertinnen und Experten trafen sich bei den 21. Augsburger Medientagen, um über den Schutz von Jugendlichen in sozialen Medien zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Debatte standen Altersbeschränkungen, psychische Gesundheitsrisiken und die Rolle der Bildung. Zu den Empfehlungen zählten strengere Regeln für Plattformen sowie eine bessere Medienkompetenzvermittlung in Schulen.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schlug klare Altersgrenzen für soziale Medien vor: Kinder unter 13 Jahren sollten demnach keine Konten erstellen dürfen, während 13- bis 15-Jährige die Zustimmung der Eltern benötigen und nur eingeschränkte Funktionen nutzen könnten. Für Nutzerinnen und Nutzer bis 17 Jahre sollten Plattformen endloses Scrollen, Push-Benachrichtigungen und personalisierte Werbung abschaffen. Zudem forderte die Akademie ein Smartphone-Verbot in Kitas und Schulen bis zur 10. Klasse.
Der Digitaltrainer Daniel Wolff unterstützte feste Altersbeschränkungen in Kombination mit Medienbildung. Diese Maßnahmen seien notwendig, um den Geschäftsmodellen der Tech-Konzerne etwas entgegenzusetzen, argumentierte er. Niklas Reinfelder, Leiter des TikTok-Redaktionsteams RISKANTIK, setzte sich stattdessen für eine realitätsnahe Medienbildung als eigenständiges Schulfach ein.
Forschungen von Professorin Dr. Julia Brailovskaia zeigten schwerwiegende psychische Folgen durch soziale Medien auf: Junge Nutzerinnen und Nutzer leiden häufig unter Depressionen, Stress und Schlafstörungen. Studien belegten zudem, dass eine Reduzierung der täglichen Nutzungsdauer um 30 Minuten – kombiniert mit mehr körperlicher Aktivität – das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit steigert.
Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), betonte drei zentrale Handlungsfelder: Plattformregulierung, Bildungspolitik und Medienkompetenz. Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, lehnte generelle Verbote ab, sprach sich aber für altersgerechte Einschränkungen und eine stärkere Medienbildung aus. Dr. Susanne Eggert ergänzte, dass Plattformen in der Pflicht stünden, kindgerechte Designs umzusetzen.
Die Diskussionen mündeten in Forderungen nach strengeren Plattformregeln, besserer Bildung und wissenschaftlich fundierten Schutzmaßnahmen. Ziel ist es, digitale Teilhabe mit dem Schutz der psychischen Gesundheit junger Nutzerinnen und Nutzer in Einklang zu bringen. Schulen, Politikerinnen und Politiker sowie Tech-Unternehmen sind nun gefordert, die Empfehlungen umzusetzen.

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