Seltene Kirchenpremiere: Bayreuths Epiphanias-Kirche trotzt dem Schrumpfkurs
Greta KleinGegen den Trend: Eine neue Kirche eröffnet in Bayreuth - Seltene Kirchenpremiere: Bayreuths Epiphanias-Kirche trotzt dem Schrumpfkurs
Neue evangelische Kirche in Bayreuths Stadtteil Laineck wird am 6. Januar 2025 eröffnet
Im Bayreuther Stadtteil Laineck entsteht mit der Epiphanias-Kirche ein seltenes Beispiel für einen Kirchenneubau in einer Region, in der Gemeinden zunehmend schließen oder fusionieren. Die neue Kirche ersetzt einen baufälligen Provisorium aus den 1970er-Jahren und wird am 6. Januar 2025 feierlich eingeweiht.
Das alte Gotteshaus, einst als Übergangslösung errichtet, war über die Jahrzehnte so stark verfallen, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kam. Stattdessen entschied sich die Gemeinde für den Bau eines modernen, multifunktionalen Zentrums. Die neue Epiphanias-Kirche, die knapp 2 Millionen Euro kostete, bietet Platz für 160 Gläubige und dient sowohl als Andachtsort als auch als Begegnungsstätte. Ein Drittel der Baukosten übernahm die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, den Rest finanzierte die örtliche Gemeinde durch Spenden und Eigenmittel.
Kirchenneubauten sind in Bayern längst zur Seltenheit geworden. Die letzte Einweihung vor diesem Projekt fand im Dezember 2024 in Utting am Ammersee statt. Währenddessen setzen katholische Diözesen wie München-Freising und Bamberg auf Sparmaßnahmen statt auf Expansion. Das Erzbistum München-Freising kündigte im Sommer 2024 an, die Ausgaben für Gebäudemanagement zu reduzieren, und Bamberg hat die Fördergelder für Bauvorhaben umstrukturiert. Bayernweit zwingen sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Kirchensteuereinnahmen viele Gemeinden dazu, ihr Immobilienportfolio zu überprüfen. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche baut ihre Bestände ab, und Gemeinden diskutieren, welche Gebäude sie sich langfristig noch leisten können.
Trotz dieses Trends setzte die Epiphanias-Gemeinde ihr Bauprojekt durch – und schafft damit einen zeitgemäßen Raum für Gottesdienste und gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Einweihung der Kirche markiert eine Ausnahme in der aktuellen bayrischen Kirchenlandschaft, in der Schließungen und Fusionen an der Tagesordnung sind. Ihr Entstehen zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Anpassungsfähigkeit von Gemeinden in einer sich wandelnden Zeit.