01 May 2026, 08:04

Streit um medizinisches Cannabis: Regierung will Online-Rezepte und Versandhandel verbieten

Plakat mit Text, der besagt, dass Staaten jährlich über 3,6 Milliarden Dollar für die Durchsetzung von Marihuanagesetzen verschwendet, illustriert durch einen Mülltonnenberg mit Geldscheinen.

Streit um medizinisches Cannabis: Regierung will Online-Rezepte und Versandhandel verbieten

In Deutschland entbrennt eine hitzige Debatte über die Zukunft von medizinischem Cannabis. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Online-Rezepte und den Versandhandel verbieten soll – ein Vorhaben, das bei Fachleuten auf Kritik stößt. Professor Dr. Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, warnt, dass das aktuelle System Missbrauch begünstige statt eine sachgerechte Behandlung zu gewährleisten.

Über 100.000 Patientinnen und Patienten sind mittlerweile auf medizinisches Cannabis angewiesen und berichten von deutlichen Verbesserungen ihrer Symptome und Lebensqualität innerhalb von sechs Monaten. Doch Streeck verweist auf alarmierende Zahlen: Allein 15 Ärzte stellten im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Rezepte aus. Zudem sollen die Importmengen stark steigen – bis 2025 wird ein Anstieg um geschätzte 200 Tonnen erwartet.

Streeck anerkennt zwar die Vorteile von Cannabis in der Schmerztherapie, pocht jedoch auf strengere Kontrollen. Er fordert strukturierte Behandlungspläne, regelmäßige Nachsorge und geregelte Vertriebsmodelle – und schlägt sogar Pilotprojekte für den Freizeitkonsum vor, kombiniert mit verpflichtender Beratung und lückenloser Dokumentation.

Frank Staud, ein Führungskraft des Pharmakonzerns Stada, teilt diese Bedenken. Er betont, dass medizinische Entscheidungen in den Händen von Ärzten bleiben und Missbrauch beim Online-Verkauf verhindert werden müsse. Der Regierungsentwurf stößt jedoch auf Widerstand bei denen, die befürchten, dass er die Versorgung der Patienten gefährden könnte.

Über den medizinischen Bereich hinaus weist Streeck auf die Realität des Freizeitkonsums in Deutschland hin, wo schätzungsweise fünf Millionen Erwachsene Cannabis nutzen. Er mahnt transparente Regeln und ein konsequentes Vorgehen der Politik an, um sowohl den medizinischen als auch den nicht-medizinischen Gebrauch zu regeln.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ziel des Gesetzentwurfs ist es, die Verteilung von medizinischem Cannabis stärker zu kontrollieren. Kritiker fordern, dass dabei der Schutz vor Missbrauch mit dem Erhalt des Patientenzugangs in Einklang gebracht werden muss. Gleichzeitig drängen Expertinnen und Experten auf klarere Vorschriften – sowohl für die medizinische Anwendung als auch für den Umgang mit der weitverbreiteten Nutzung von Cannabis in Deutschland.

Quelle