Großrazzia in Augsburg: Zoll prüft Löhne und Scheinselbstständigkeit in der Logistikbranche
Greta KleinGroßrazzia in Augsburg: Zoll prüft Löhne und Scheinselbstständigkeit in der Logistikbranche
Zollbeamte in Augsburg haben groß angelegte Kontrollen im Fracht- und Logistiksektor durchgeführt. Gestern überprüften 95 Mitarbeiter über 70 Unternehmen und befragten mehr als 120 Beschäftigte. Im Fokus der Aktion standen Verstöße gegen den Mindestlohn sowie Scheinselbstständigkeit.
Die Kontrollen konzentrierten sich auf die Einhaltung des Mindestlohngesetzes und des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes. Die Beamten prüften zudem, ob Arbeiter fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft wurden – also Personen, die Weisungen befolgen und ausschließlich für einen Auftraggeber tätig sind. Solche Beschäftigten hätten rechtlich Anspruch auf reguläre Arbeitnehmerrechte.
Bei den Überprüfungen wurden über 25 Fälle für weitere Ermittlungen markiert. Zwei Strafverfahren wurden sofort eingeleitet, nachdem festgestellt wurde, dass Arbeiter illegal im Land lebten. Als nächster Schritt folgt der Abgleich der Mitarbeiterdaten mit den Unternehmensunterlagen.
Alle Beschäftigten in diesen Branchen haben nach dem Gesetz Anspruch auf faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Die Behörden betonten, dass bei bestätigten Verstößen weitere Maßnahmen folgen werden.
Die Aktion leitet eine umfassendere Überprüfung der Arbeitsbedingungen in der Fracht- und Logistikbranche ein. Nachfolgeermittlungen sollen klären, ob Unternehmen gegen Lohnvorschriften verstoßen oder Mitarbeiter falsch klassifiziert haben. Bestätigte Verstöße könnten zu Strafen oder rechtlichen Konsequenzen führen.






