16 March 2026, 10:03

Experten diskutieren im November Reformen der Flughafen- und Flugsicherungsgebühren in München

Ein Plakat, das Steuergutschriften für energetisch effiziente Hausumbauten bewirbt, zeigt Bilder eines Hauses, einer Couch, einer Lampe, eines Schranks und einer Vase.

Experten diskutieren im November Reformen der Flughafen- und Flugsicherungsgebühren in München

Großer Workshop zu Flughafen- und Flugsicherungsgebühren im November in München

Im November findet in München ein bedeutender Workshop zu Flughafen- und Flugsicherungsgebühren statt. Organisiert von Hans-Martin Niemeier, einem führenden Experten für Verkehrsökonomie, widmet sich die Veranstaltung drängenden Fragen der Luftfahrtregulierung. Referenten und Teilnehmer werden erörtern, wie Preispolitik, Effizienz und Nachhaltigkeit in einer Branche in Einklang gebracht werden können, die zunehmend unter finanziellen und ökologischen Herausforderungen leidet.

Die zweitägige Konferenz mit dem Titel "Flughafen- und Flugsicherungsgebühren: Kosten und Leistung" findet am 17. und 18. November 2025 am Flughafen München statt. Niemeier, emeritierter Professor der Hochschule Bremen und Ehrenvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth (DGLR), wird die Diskussionen über regulatorische Reformen leiten. Seine Expertise reicht Jahrzehnte zurück, darunter eine Reform der Landegebühren in Hamburg in den 1990er-Jahren, die eine differenziertere Erhebung von Lärm- und Emissionsabgaben einführte.

Der Workshop reagiert auf Forderungen nach tiefgreifenderen Reformen der wirtschaftlichen Regulierung von Flughäfen und Flugsicherung. Während in Deutschland oft die hohen Standortkosten im Mittelpunkt stehen, geht Niemeier weiter: Er hält unabhängige Regulierungsbehörden für Flughäfen und Flugsicherung für die "wirksamste politische Innovation der nächsten fünf Jahre". Gleichzeitig zeigt er sich skeptisch, ob sich Rentabilität, Servicequalität und Nachhaltigkeit gleichzeitig verwirklichen lassen.

Internationale Beispiele werden eine zentrale Rolle spielen. In Großbritannien führte die Civil Aviation Authority (CAA) 2014 an den Flughäfen Heathrow und Gatwick eine anreizbasierte Regulierung ein, die in den folgenden Jahren aktualisiert wurde. Durch Preisobergrenzen und Leistungsvorgaben sanken die Kosten bis 2023 um 10–15 % – etwa durch Begrenzungen der Einnahmen pro Passagier sowie Strafen für übermäßigen Lärm oder Emissionen. Australiens Flughafen Sydney übernahm 2020 unter Aufsicht der ACCC ein ähnliches Modell und sparte 8 % ein, unter anderem durch verkehrsabhängige Gebühren und Service-Rabatte. Neuseelands Flughafen Auckland zog 2021 nach und steigerte die Effizienz durch ergebnisorientierte Preissetzung und strengere Kontrolle der Investitionsausgaben.

Niemeier anerkennt zwar Fortschritte bei der Klimaneutralität von Flughäfen, betont aber die Notwendigkeit größerer Transparenz. Eine bessere Datenteilung, so sein Argument, würde es Wissenschaftlern ermöglichen, Angaben strenger zu überprüfen. Der Workshop zielt darauf ab, Forschung und Praxis zu verknüpfen – und zu analysieren, welche Regulierungsinstrumente wirken und welche versagen.

In München kommen Entscheidungsträger, Forscher und Branchenvertreter zusammen, um konkrete Lösungsansätze zu diskutieren. Im Fokus stehen Gebührenstrukturen, Effizienzgewinne und die praktischen Hürden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse könnten künftige Regulierungsansätze in Deutschland und international prägen.

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