16 March 2026, 22:03

Edi Geyers Vermächtnis: Wie ein polarisierender Bürgermeister Oberstdorf prägte

Plakat mit dem Text "Elections Municipales Aristide Marre" auf einem weißen Hintergrund.

Edi Geyers Vermächtnis: Wie ein polarisierender Bürgermeister Oberstdorf prägte

Edi Geyer, der langjährige ehemalige Bürgermeister von Oberstdorf, starb 2022 im Alter von 86 Jahren. Bekannt für seinen entschlossenen politischen Stil, führte er die Gemeinde fast drei Jahrzehnte lang und hinterließ dabei bleibende Spuren in ihrer Entwicklung. Noch heute wünschen sich viele Einwohner, er könnte zurückkehren, um die Gemeinde erneut zu lenken.

Geyer wurde 1973 erstmals zum Bürgermeister gewählt – nicht als Kandidat seiner eigenen Partei, der CSU, sondern durch ein ungewöhnliches Bündnis. Die Freien Wähler und die SPD schlugen ihn vor und ebneten damit den Weg für seine jahrzehntelange Amtszeit. Seine Zeit an der Spitze verlief alles andere als reibungslos: Zweimal sah er sich mit Parteiausschlussverfahren konfrontiert, blieb jedoch stets im Amt.

Sein Regierungsstil war polarisierend, doch einflussreich. Eine seiner ersten Maßnahmen war die Einführung eines Kreisverkehrs – damals eine Neuheit. Kritiker wies er mit den berühmten Worten zurück: "Ampel-Liebhaber sind Menschen, die es genießen, auf Anweisungen von oben zu warten." Sein bedeutendstes Erbe hinterließ er jedoch in den 1980er-Jahren, als er das Verkehrssystem Oberstdorfs grundlegend reformierte. Dazu gehörten Elektrobusse, Park-and-Ride-Anlagen und flächendeckende Tempo-30-Zonen – Lösungen, die den wachsenden Anforderungen des Tourismus gerecht wurden.

Diese frühen Veränderungen bildeten die Grundlage für Oberstdorfs späteren Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit. In den 2010er-Jahren rückte die Gemeinde von einer autozentrierten Expansion ab und setzte stattdessen auf Radwege, Fußgängerzonen und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Aktuelle Projekte wie die für 2025 geplante Fahrradschnellstraße und über 50 neue E-Ladestationen spiegeln diese Entwicklung wider. Selbst heute ist Geyers Einfluss spürbar – sein Wahlplakat hängt noch immer im Kurpark zwischen den Kandidaten für die Wahl 2026.

Geyers Politik prägte die Infrastruktur Oberstdorfs nachhaltig, indem sie frühere autogerechte Lösungen mit späteren Nachhaltigkeitsbestrebungen verband. Seine Ideen wirken bis heute nach – von verkehrsberuhigten Zonen bis zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Obwohl er seit Jahren nicht mehr im Amt ist, bleibt sein Einfluss sowohl im kollektiven Gedächtnis als auch in laufenden Projekten präsent.

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