Zoll und Wirtschaft diskutieren in Schweinfurt über Handelshürden und Sanktionen
Leon SchröderZoll und Wirtschaft diskutieren in Schweinfurt über Handelshürden und Sanktionen
Zollbeamte und Wirtschaftsführer trafen sich am 19. Oktober 2023 in Schweinfurt
Am 19. Oktober 2023 fand in Schweinfurt ein Austausch zwischen Zollvertretern und Unternehmensführern statt. Franziska Schubert, Leiterin des Hauptzollamts Schweinfurt, empfing Vertreter der IHK Würzburg-Schweinfurt, der IHK Aschaffenburg sowie deren Außenwirtschaftsausschüsse, um über Handelsvorschriften und die Herausforderungen für heimische Unternehmen zu diskutieren.
Das Hauptzollamt Schweinfurt ist zuständig für Unter- und Oberfranken und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter an mehreren Standorten. Die Hauptverwaltung hat ihren Sitz in Schweinfurt, weitere Dienststellen befinden sich in Bamberg, Dettelbach-Mainfrankenpark sowie sechs Zollämtern in Aschaffenburg, Bayreuth, Coburg und Hof.
Im Rahmen der Veranstaltung gingen Zollinspektoren auf zentrale Themen des grenzüberschreitenden Handels ein. Michael Zenk erläuterte Vorteile und Risiken der modernen, IT-gestützten Abfertigung im Warenverkehr. Christian Hopfes wies anschließend auf die Schwierigkeiten hin, mit denen Unternehmen bei Exportkontrollen konfrontiert sind – insbesondere durch häufige regulatorische Änderungen wie die Russland-Sanktionen. Peter Düsseldorf gab einen Überblick über die AEO-Zertifizierung (zugelassener Wirtschaftsbeteiligter), erklärte die damit verbundenen Überwachungspflichten und Vorteile.
Seitens der Wirtschaft wurden Bedenken wegen der wachsenden regulatorischen Belastung geäußert. Kurt Treumann, Leiter International bei der IHK Würzburg-Schweinfurt, nannte Hürden wie die CSRD (Unternehmensnachhaltigkeitsberichterstattungsrichtlinie), die SFDR (Offenlegungsverordnung) und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Unternehmen kritisierten die fehlende Planungssicherheit, unklare mittelfristige Perspektiven und den Aufwand für Compliance. Schubert betonte die Bereitschaft des Zolls, eng mit der regionalen Wirtschaft zusammenzuarbeiten, um die Herausforderungen zu mildern.
Die Veranstaltung unterstrich die Komplexität der aktuellen Handelsvorschriften für fränkische Unternehmen. Beide Seiten einigten sich auf die Notwendigkeit klarerer Abläufe, wobei die Zollbehörden weiteren Dialog zusicherten. Ausführliche Informationen zu Zollverfahren sind unter www.zoll.de abrufbar.






