Zahnärzte fürchten um Rente nach riskanten Investitionen ihrer Versorgungskasse
Greta KleinZahnärzte fürchten um Rente nach riskanten Investitionen ihrer Versorgungskasse
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken besorgt in die Zukunft ihrer Altersvorsorge. Grund dafür sind hochriskante Investitionen ihrer Versorgungskasse, die zu schweren finanziellen Verlusten geführt haben. Die Krise hat nicht nur rechtliche Auseinandersetzungen ausgelöst, sondern auch einen Führungswechsel innerhalb der Kasse zur Folge gehabt.
Die Probleme der Zahnärzteversorgung begannen mit spekulativen Anlagen, durch die die Hälfte des Gesamtvermögens verloren ging. Die Verluste verschärften sich weiter, als der Versicherungskonzern Element Insolvenz anmelden musste und andere Investitionen zusammenbrachen.
Der damalige Vorsitzende des Verwaltungsausschusses wurde auf einer Vertreterversammlung am 5. April abgewählt. Während die übrigen Vorstandsmitglieder ihre Positionen behielten, verlor er sein Amt. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege in Berlin erklärte seine Abwahl zwar später für rechtswidrig, leitete jedoch keine weiteren Schritte ein.
Der abgewählte Vorsitzende wehrte sich mit einem Widerspruch und klagte zudem auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung seines Rechtsmittels. Das Verwaltungsgericht Berlin urteilte in seinem Beschluss, dass es sich bei der Abwahl um eine interne gesellschaftsrechtliche Entscheidung handele, die nicht als Verwaltungsakt der gerichtlichen Überprüfung unterliege. Das Gericht verwies zudem darauf, dass ein Vertrauensverlust in seine Führung die Absetzung rechtfertigen könne – ähnlich wie ein demokratisches Misstrauensvotum.
Die finanzielle Schieflage der Versorgungskasse lässt viele Zahnärzte um ihre künftigen Renten bangen. Die juristischen Streitigkeiten um die Führungsriege dauern derweil an, und der ehemalige Vorsitzende kämpft weiterhin gegen seine Abwahl. Wie die Auseinandersetzungen ausgehen, bleibt vorerst ungewiss.
