05 February 2026, 10:03

Wirtschaft verpasst der Regierung ein "Ausreichend" – und fordert radikale Reformen

Ein detaillierter alter Stadtplan von Weimar, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Sehenswürdigkeiten und Straßen der Stadt bereitstellt.

Ifo-Umfrage bei 6300 Unternehmen: Schlechte Note für die Bundesregierung - Wirtschaft verpasst der Regierung ein "Ausreichend" – und fordert radikale Reformen

Deutsche Unternehmen haben der Bundesregierung in ihrer jüngsten Wirtschaftspolitik ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Eine aktuelle Umfrage offenbart weitverbreitete Unzufriedenheit – mit einer Durchschnittsnote von 4,2, was einem "Ausreichend" entspricht. Die Kritik erstreckt sich auf nahezu alle Politikbereiche, von Steuern bis zur Infrastruktur.

Viele Unternehmen berichten, dass sie bei ihren zentralen Anliegen kaum Fortschritte erkennen. Zu den dringendsten Forderungen zählen der Abbau von Bürokratie und Steuerreformen, doch Wirtschaftsführer werfen der Regierung vor, bei beiden Themen keine spürbaren Veränderungen umgesetzt zu haben.

Besonders hart fiel die Kritik bei der Sozial- und Rentenpolitik aus, die mit einer 4,6 die schlechteste Bewertung erhielt. Auch in den Bereichen Finanzpolitik, Infrastruktur und Digitalisierung schnitt Kanzler Friedrich Merz mit seinem Kabinett schlecht ab und erhielt hier eine 4,0. Arbeitsmarkt-, Industrie- und Energiepolitik wurden nur geringfügig besser bewertet, mit Durchschnittsnoten zwischen 4,1 und 4,2.

Der Abbau von Bürokratie bleibt die dringendste Forderung – 40,4 % der Unternehmen stuften dies als oberste Priorität ein. Handels- und Abgabenreformen folgen dicht dahinter: 37,1 % nannten sie als zweitwichtigstes Anliegen. Die Wirtschaft fordert sowohl niedrigere Steuern als auch ein einfacheres System und argumentiert, dass die aktuellen Regelungen das Wachstum hemmen.

Die Frustration ist branchenübergreifend, ohne dass ein Sektor deutlich bessere Bewertungen abgibt. Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 verweist auf übergeordnete Herausforderungen wie schwaches Wachstum, Handelsprobleme und demografische Veränderungen. Konkrete Regierungsmaßnahmen zur Entlastung der Wirtschaft oder zum Handelsregisterabbau werden darin jedoch nicht genannt.

Die Umfrageergebnisse zeigen eine klare Kluft zwischen den Erwartungen der Wirtschaft und der Leistung der Regierung. Unternehmen fordern weiterhin greifbare Reformen in den Bereichen Bürokratie, Steuern und Unternehmenspolitik. Ohne sichtbare Verbesserungen dürfte die Unzufriedenheit in allen Branchen anhalten.