16 March 2026, 06:05

Apotheken-Protest am 23. März: Warum tausende Filialen bundesweit schließen

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, während einer Demonstration in Deutschland, mit Gebäuden, Fenstern, Lichtern und Schildern im Hintergrund.

Apotheken-Protest am 23. März: Warum tausende Filialen bundesweit schließen

Tausende Apotheken in ganz Deutschland könnten am 23. März ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die von Apothekenbesitzern und Berufsverbänden organisierte Aktion richtet sich gegen die Politik und zielt auf die seit langem ungelösten Fragen der Finanzierung ab. Patienten, die dringend auf Medikamente angewiesen sind, können während der Schließungen weiterhin den Notdienst in Anspruch nehmen.

Angeführt wird der Protest von der ABDA unter ihrem Präsidenten Thomas Preis sowie vom Deutschen Apothekerverband (DAV). Ihre zentrale Forderung: die Aufhebung des seit 13 Jahren geltenden Einfrierens der Apothekenvergütung. Konkret verlangen sie die Erhöhung der Festbetragsvergütung (Fixum) auf mindestens 9,50 Euro – ein Betrag, der bereits im Koalitionsvertrag vereinbart wurde – sowie jährliche Anpassungen durch Verhandlungen zwischen dem DAV und den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Zudem fordern sie höhere Vergütungen für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) und die sofortige Umsetzung dieser Änderungen.

Am 23. März finden Kundgebungen in Berlin, Hannover, Düsseldorf und München statt. Ob eine Apotheke schließt, entscheidet jeder Betrieb selbst; Mitarbeiter können jedoch nicht gezwungen werden, an den Demonstrationen teilzunehmen oder ausgefallene Arbeitsstunden nachzuholen. Das Gehalt für den Tag muss dennoch wie gewohnt gezahlt werden, und Vorgesetzte dürfen bei einer Schließung alternative Aufgaben zuweisen.

Bei dem Protest handelt es sich nicht um einen gewerkschaftlich organisierten Streik, sondern um einen direkten Appell an die Politik. Die Apothekenteams argumentieren, dass versprochene Gebührenerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen seit Jahren auf sich warten lassen.

Das Ergebnis des Protests könnte die künftigen Finanzierungsentscheidungen für Apotheken beeinflussen. Werden die Forderungen erfüllt, stiege die Festbetragsvergütung, und jährliche Anpassungen würden zur Regel. Bis dahin müssen sich Patienten, die auf Rezeptmedikamente angewiesen sind, während etwaiger Schließungen an den Notdienst wenden.

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