Wildpoldsried senkt CO₂-Emissionen um 125 % – dank Bürgerkraft und Ökostrom-Boom
Lotta SchneiderWildpoldsried senkt CO₂-Emissionen um 125 % – dank Bürgerkraft und Ökostrom-Boom
Das bayerische Dorf Wildpoldsried hat seine CO₂-Emissionen um 125 Prozent gesenkt – und das bei nur 2.615 Einwohnern. Mittlerweile erzeugt die Gemeinde fünfmal mehr Energie aus erneuerbaren Quellen, als sie selbst verbraucht.
Der Wandel hin zu grüner Energie begann 1998, als lokale Verantwortliche langfristige Umweltziele festlegten. Unterstützt wird das Vorhaben durch deutsche Gesetze, die es Bürgern ermöglichen, überschüssigen Strom ins nationale Netz einzuspeisen.
Heute sind 37 Prozent der Dächer in Wildpoldsried mit Solaranlagen ausgestattet. Zudem erwirtschaftet die Gemeinde jährlich rund sechs Millionen Euro durch den Verkauf ihrer Energieüberschüsse. Viele Projekte waren jedoch zunächst auf staatliche Fördergelder angewiesen, um rentabel zu werden.
Nun plant Wildpoldsried gemeinsam mit Nachbarorten den Bau von zehn neuen Windkraftanlagen. Bisher haben etwa 300 Einwohner in die Turbinen investiert – und nur Dorfbewohner dürfen Anteile an den lokalen Windenergieprojekten erwerben.
Das Beispiel Wildpoldsried zeigt, dass auch kleine Gemeinden eine beeindruckende Energiewende schaffen können. Der Erfolg basiert auf einer Mischung aus Bürgerengagement, förderlichen Rahmenbedingungen und langfristigem Einsatz für erneuerbare Energien. Die neuen Windräder werden die grüne Stromproduktion weiter steigern.
