Warum internationale Studierende Deutschland nach dem Studium verlassen
Leon SchröderWarum internationale Studierende Deutschland nach dem Studium verlassen
Deutschland zieht viele internationale Studierende an – hält sie nach dem Abschluss aber kaum
Deutschland ist ein beliebtes Ziel für Studierende aus dem Ausland, doch nach dem Studium verlassen viele das Land wieder. Obwohl mehr als die Hälfte von ihnen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) studieren, absolvieren nur wenige verpflichtende Deutschkurse. Diese Lücke wird immer problematischer, denn Deutschland leidet unter einem wachsenden Fachkräftemangel.
Ein aktueller Bericht zeigt die Herausforderungen, mit denen internationale Absolvent:innen beim Berufseinstieg in Deutschland konfrontiert sind. Trotz großer Nachfrage – allein in MINT-Berufen fehlen derzeit 148.500 Fachkräfte – verlassen viele das Land wegen Visaproblemen, finanzieller Engpässe oder Sprachbarrieren. Fast die Hälfte der Wegziehenden nennt diese Gründe als entscheidend für ihre Abwanderung.
Sprachkenntnisse als Schlüssel zum Job Selbst in englischsprachigen Positionen steigert Deutschkenntnisse die Chancen auf eine Anstellung deutlich. Doch nur 15 Prozent der internationalen Studierenden haben in ihrem Studiengang verpflichtende Deutschkurse.
Praktische Erfahrung entscheidet über die Karriere Auch Berufserfahrung während des Studiums prägt die späteren Jobaussichten: Wer Praktika, firmengebundene Abschlussarbeiten oder fachnahe Nebenjobs absolviert, erhöht seine Beschäftigungschancen um 84 Prozent. Dagegen verringern branchenfremde Minijobs die Aussichten um 28 Prozent. Insgesamt finden internationale Absolvent:innen deutscher Hochschulen dreimal häufiger eine Stelle als Zuwandernde, die direkt zur Arbeitsaufnahme kommen.
Bleibeabsicht steigt – doch die Realität hinkt hinterher Viele Studierende möchten bleiben: 26 Prozent verlängern ihre Pläne, sobald sie im Berufsleben stehen. Mittlerweile wollen 1,6-mal so viele internationale Studierende dauerhaft in Deutschland bleiben wie in früheren Jahren. Dennoch bleiben die Bleibequoten nur durchschnittlich – trotz der anfänglichen Erfolgsquote bei der Talentegewinnung.
Fachkräftemangel verschärft sich: Deutschland muss handeln In den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Umso wichtiger wird es, dass Deutschland mehr Absolvent:innen im Land hält. Bessere Sprachförderung, vereinfachte Visaverfahren und mehr praxisintegrierte Studienangebote könnten den Übergang in langfristige Beschäftigung erleichtern – und so auch dem drängenden Mangel an MINT-Fachkräften entgegenwirken.






