Warum ACL-Verletzungen im Frauenfußball heute dramatisch zunehmen – und was Giulia Gwinn daraus lernt
Greta KleinDFB-Kapitän Gwinn: Was zwei Kreuzbandrisse bedeutet haben - Warum ACL-Verletzungen im Frauenfußball heute dramatisch zunehmen – und was Giulia Gwinn daraus lernt
ACL-Verletzungen bei Fußballerinnen in Europas Top-Ligen nehmen dramatisch zu
In den letzten fünf Jahren haben Kreuzbandrisse (ACL) bei Spielerinnen in den führenden europäischen Ligen stark zugenommen. Berichte von UEFA und FIFA zeigen einen deutlichen Anstieg der Fälle – von etwa 20 im Jahr 2021 auf über 60 im Jahr 2024. Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Spielzeiten 2022/23 und 2023/24, die mit einem dichteren Spielplan und höheren Trainingsbelastungen zusammenfielen.
Giulia Gwinn, die sich bereits zweimal das Kreuzband gerissen hat, sieht in den wachsenden Anforderungen des Sports einen zentralen Grund für diese Entwicklung. Ihrer Meinung nach sind die steigenden Verletzungszahlen auf eng getaktete Spielpläne, eine höhere körperliche Intensität und die rasche Professionalisierung des Frauenfußballs heute zurückzuführen. Gleichzeitig räumt sie ein, dass ein gewisses Risiko immer bestehen bleibe.
Nach zwei schweren Knieverletzungen kehrte Gwinn mit einer veränderten Einstellung zum Fußball zurück. Heute bezeichnet sie sich als eine stärkere Spielerin – sowohl körperlich als auch mental. Die Erfahrungen hätten ihr Selbstvertrauen geprägt und aus ihr, wie sie sagt, eine "extrem schüchterne Person" zu einer selbstbewussteren Persönlichkeit gemacht, auf und neben dem Platz.
Die Genesung umfasste dabei weit mehr als nur die körperliche Rehabilitation. Psychologische Unterstützung spielte eine entscheidende Rolle, um Rückschläge zu bewältigen und Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Mittlerweile ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin für ihre Teamkolleginnen und gibt ihnen Rat, der auf ihren eigenen Kämpfen basiert.
Der Anstieg der Kreuzbandverletzungen unterstreicht die wachsenden Belastungen, denen Fußballerinnen im sich wandelnden Profisport ausgesetzt sind. Gwinns Weg zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die persönliche Entwicklung, die mit der Überwindung schwerer Rückschläge einhergehen kann. Ihre Geschichte macht deutlich, wie dringend bessere Maßnahmen zur Verletzungsprävention und psychologische Betreuung im Frauenfußball heute benötigt werden.