09 May 2026, 08:06

Wadephuls EU-Reform: Mehr Macht für "Koalitionen der Willigen" – und weniger Veto-Rechte

Alte Europa-Karte aus dem frühen 20. Jahrhundert, die das Ausmaß der Europäischen Union zeigt, mit handgeschriebener Text auf dem Papier.

Wadephuls EU-Reform: Mehr Macht für "Koalitionen der Willigen" – und weniger Veto-Rechte

Bundesaußenminister Johann Wadephul legt ehrgeizigen Plan zur Reform der Europäischen Union vor

Die Vorschläge zielen darauf ab, die Handlungsfähigkeit der Union zu stärken, indem der Einfluss einzelner Mitgliedstaaten bei zentralen Entscheidungen zurückgedrängt wird. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Europa mit wachsender Instabilität und sich verschiebenden globalen Machtverhältnissen konfrontiert ist.

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Im Fokus der Reformen stehen langjährige strukturelle Probleme der EU, darunter Verzögerungen in der Außenpolitik und die Schwierigkeiten bei der Aufnahme neuer Mitglieder. Wadephuls Initiative sieht die Bildung sogenannter „Koalitionen der Willigen“ vor – Ländergruppen, die in bestimmten Fragen voranschreiten könnten, selbst wenn andere Mitglieder Widerspruch einlegen. Dies würde das Vetorecht kleinerer Staaten in ausgewählten Bereichen einschränken.

Der Zeitpunkt des Plans ist bemerkenswert. Er folgt auf Jahre der Belastungsprobe für die EU – vom Brexit bis zum Scheitern der Ratifizierung der EU-Verfassung. Äußere Faktoren wie die Präsidentschaft Donald Trumps und die zunehmende anti-russische Haltung haben die Debatten über die europäische Souveränität zusätzlich verschärft.

Kritiker warnen, die Reformen könnten den Zusammenhalt der Union untergraben. Statt eines eng verflochtenen Blocks drohe ein lockerer Staatenbund souveräner Nationen. Historische Vergleiche werden zum zersplitterten Heiligen Römischen Reich gezogen – und werfen Fragen nach der künftigen Ausrichtung der EU auf.

Wadephuls Plan soll die Entscheidungsprozesse der EU in einer Phase globaler Unsicherheit modernisieren. Würden die Reformen umgesetzt, hätten sie tiefgreifende Auswirkungen auf die Funktionsweise des Blocks, insbesondere in der Außenpolitik und bei der Erweiterung. Nun steht die Debatte an, ob die Änderungen die Union stärken – oder weiter spalten werden.

Quelle