Valeo streicht Hunderte Jobs und schließt Werk in Franken komplett
Leon SchröderValeo streicht Hunderte Jobs und schließt Werk in Franken komplett
Zulieferer Valeo kündigt massive Stellenstreichungen und Werksschließung in Franken an
Der Automobilzulieferer Valeo hat umfangreiche Entlassungen und die Schließung eines Standorts in Franken bekannt gegeben. Von der Entscheidung betroffen sind 143 Arbeitsplätze in Bad Neustadt an der Saale sowie über 100 Stellen in Erlangen. Lokale Politiker bezeichnen den Schritt als schweren Schlag für die industrielle Basis der Region.
Im Januar 2026 hatte Valeo Pläne zur Umstrukturierung seiner deutschen Aktivitäten vorgestellt. Als Hauptgründe nannte das Unternehmen mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und den zunehmenden globalen Druck. Im Rahmen der Neuausrichtung wird das gesamte Werk in Bad Neustadt geschlossen, wodurch alle 143 dortigen Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. In Erlangen sollen zudem mehr als 100 Stellen abgebaut werden.
Das Unternehmen wird seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Erlangen bündeln und den Standort zum zentralen Kompetenzzentrum für Deutschland ausbauen. Einigen Beschäftigten aus Bad Neustadt könnte ein Wechsel nach Erlangen angeboten werden, doch die langfristige Jobperspektive bleibt ungewiss. Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf und bezeichnete sie als Skandal. Auch lokale Vertreter zeigten sich tief besorgt. Der Landrat warnte, die Schließungen würden die industrielle Substanz der Region schwächen. Rund 660 Mitarbeiter in Erlangen und 143 in Bad Neustadt stehen nun vor einer ungewissen Zukunft, während Valeo seine Aktivitäten an größere Standorte verlagert.
Die Umstrukturierung wird die Präsenz von Valeo in Deutschland grundlegend verändern: Erlangen wird zum Hauptsitz für Forschung und Entwicklung. Die Schließung des Werks in Bad Neustadt und die Stellenabbau in Erlangen sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Der Schritt spiegelt die branchenweiten Herausforderungen wider, denen sich die Automobilindustrie gegenübersieht – mit steigendem Wettbewerbsdruck und wachsenden Kostenzwängen.