Vadim Dantsiger über die Magie des Theaters und seine künstlerische Vision
Leon SchröderVadim Dantsiger über die Magie des Theaters und seine künstlerische Vision
Vadim Dantsiger, Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau, hat seine Sicht auf Theater und den kreativen Prozess dargelegt. Für ihn ist Regiearbeit ein Akt des Aufbauens gewaltiger künstlerischer Universen aus den individuellen Welten, die Schauspieler erschaffen.
Dantsiger deutet den Ausspruch „Liebe die Kunst in dir, nicht dich selbst in der Kunst“ als eine Leidenschaft für den Probenprozess selbst. Jede neue Inszenierung sieht er als Chance, sich als Regisseur zu beweisen. Besonders reizt ihn die Arbeit an schwierigen Stücken, die er als Möglichkeit begreift, Grenzen zu überschreiten.
Er vergleicht Schauspieler, die Rollen wie Planeten formen, mit Regisseuren, die aus diesen Elementen ganze Galaxien erschaffen. Zudem schätzt Dantsiger die äsopische Sprache im Theater und betont ihre wieder wachsende Bedeutung. Trotz eines von ihm beobachteten Rückgangs der Schauspielstandards heute besteht er darauf, dass Städte mehrere konkurrierende Theater benötigen, um die Qualität zu sichern.
Seine Verbindung zu Wladiwostok ist tief verwurzelt. Dort hat er gefeierte Inszenierungen wie „Der Garderobier“, „Kabale und Liebe“ und „Das Schweigen des Matrosen“ auf die Bühne gebracht. Die Stadt und ihr Theater nehmen einen besonderen Platz in seiner Karriere ein.
Dantsigers Ansatz vereint Ehrgeiz mit großer Achtung vor dem Handwerk. Seine Arbeit in Wladiwostok und Moskau zeugt von einem Engagement für Komplexität und künstlerische Tiefe. Er setzt sich weiterhin für ein Theater ein, das sowohl Schöpfer als auch Publikum herausfordert.
