Telekom startet Milliarden-KI-Fabrik für Deutschlands digitale Zukunft
Leon SchröderTelekom startet Milliarden-KI-Fabrik für Deutschlands digitale Zukunft
Deutsche Telekom eröffnet 1-Milliarden-Euro-KI-Fabrik in München – ein Meilenstein für die digitale Souveränität Deutschlands
Die Deutsche Telekom hat in München eine hochmoderne KI-Fabrik im Wert von einer Milliarde Euro in Betrieb genommen, die die digitale Souveränität der deutschen Industrie stärken soll. Das Rechenzentrum, das sich über sechs unterirdische Etagen erstreckt, zieht bereits große Partner wie SAP und Siemens an. Bei der Eröffnung waren über 30 Prozent der Kapazitäten ausgelastet – mit dem Ziel, KI-Entwicklung, Robotik und fortschrittliche Fertigungstechnologien zu fördern.
Das Projekt wurde zwar erst im November vorgestellt, doch der Bau schritt zügig voran. Die Anlage befindet sich im Tucherpark, auf dem Gelände der ehemaligen HypoVereinsbank und eines Hilton-Hotels, und beherbergt nun mehr als 8.000 NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs). Damit steigt die KI-Rechenleistung Deutschlands schlagartig um 50 Prozent.
Das Rechenzentrum selbst ist ein technisches Meisterwerk: Auf sechs unterirdischen Stockwerken, wo einst die HypoVereinsbank ihre Daten lagerte, verlaufen heute 75 Kilometer Glasfaserkabel, die die Systeme verbinden. Zwei geo-redundante externe Anbindungen mit je 400 Gbit/s sichern die Verbindung. Der Strombedarf ist bereits von fünf auf 15 Megawatt gestiegen – ein Zeichen für das rasante Wachstum.
Industriepartner können die Infrastruktur für digitale Zwillinge, Fertigungssimulationen oder Qualitätssicherungslösungen nutzen. SAP ist ein zentraler Kooperationspartner und stellt im Rahmen der Initiative Made 4 Germany den Deutschland-Stack bereit. Über 100 Unternehmen, darunter Start-ups wie Agile Robots und Wandelbots, unterstützen das Vorhaben.
Die Eröffnung zog prominente Gäste an: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Lars Klingbeil waren vor Ort, begleitet von Fernsehteams. Das erste große Projekt, SOOFI, zielt auf die Entwicklung eines europäischen Großsprachmodells (LLM) ab, das mit globalen Konkurrenten mithalten soll.
Die KI-Fabrik ist nun voll einsatzbereit. Mit 8.000 GPUs und einer Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur positioniert sie sich als zentraler Knotenpunkt für Deutschlands KI-Ambitionen. In der nächsten Phase stehen der Ausbau von Partnerschaften und die Weiterentwicklung des SOOFI-LLM-Projekts im Fokus.