26 March 2026, 12:04

"Tagesschau" wird länger: ARD testet 30-Minuten-Format ab Montag

Schwarze-weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

"Tagesschau" wird länger: ARD testet 30-Minuten-Format ab Montag

Die ARD testet eine längere Version ihres Flaggschiff-Nachrichtenformats, der Tagesschau. Ab der Montagabend-Ausgabe um 20:15 Uhr wird die Sendung statt der üblichen 15 Minuten künftig 30 Minuten dauern. Mit dem Versuch will der Sender in einer Zeit sich wandelnder Mediengewohnheiten das Vertrauen und die Bindung der Zuschauer stärken.

Die Verlängerung wurde von WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn vorgeschlagen. Er argumentiert, dass ein halbstündiges Format es der Tagesschau ermöglichen würde, globale Ereignisse enger mit dem Alltag der Zuschauer zu verknüpfen. Schönenborn ist überzeugt, dass die Änderung die Nachrichten für das Publikum relevanter machen könnte.

Die Einschaltquoten der traditionellen 15-minütigen Tagesschau sind in den vergangenen fünf Jahren mit rund 6 bis 7 Millionen Zuschauern stabil geblieben. Allerdings ist der Marktanteil bei den 30- bis 59-Jährigen von 25–30 Prozent im Jahr 2021 auf unter 20 Prozent im Jahr 2026 gesunken. Besonders jüngere Zuschauer greifen zunehmend auf die ARD Mediathek und Online-Nachrichten zurück, statt lineares Fernsehen zu nutzen.

Kritiker stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Aurelie von Blazekovic von der Süddeutschen Zeitung bezeichnete den Schritt als fragwürdigen Versuch der ARD, verlorene Zuschauer zurückzugewinnen. Anna Mayr von der Zeit argumentierte, das eigentliche Problem liege nicht in der Länge, sondern in der Qualität der Sendung. Michael Hanfeld von der FAZ warnte hingegen, ein 30-minütiger Nachrichtenblock könnte den Primetime-Plan der ARD durcheinanderbringen und konkurrierende Formate beeinträchtigen.

Noch ist nicht entschieden, ob die verlängerte Sendedauer dauerhaft beibehalten wird. Der Probebetrieb soll zeigen, ob die Änderung die Ziele des Senders erfüllt – mehr Vertrauen zu schaffen und neue Zuschauer zu gewinnen.

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Das Tagesschau-Experiment spiegelt die Bemühungen der ARD wider, sich an veränderte Sehgewohnheiten anzupassen. Sollte die längere Version erfolgreich sein, könnte sie die Art und Weise verändern, wie das Publikum Abendnachrichten konsumiert. Vorerst wird der Sender jedoch das Feedback abwarten, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

Quelle