Systemgastronomie fordert von CDU/CSU und SPD dringende Hilfen gegen die Krise
Leon SchröderSystemgastronomie fordert von CDU/CSU und SPD dringende Hilfen gegen die Krise
Der Bundesverband Systemgastronomie (BdS) hat die CDU/CSU und die SPD aufgefordert, zentrale Maßnahmen in ihren Koalitionsvertrag aufzunehmen. Die Vorschläge sollen einer Branche helfen, die mit sinkenden Kundenzahlen und steigenden Kosten zu kämpfen hat. Der Verband warnt, dass ohne Kurskorrekturen die Erholung für die Unternehmen des Sektors weiterhin schwierig bleiben werde.
BdS-Geschäftsführer Markus Suchert unterstrich das Ausmaß der Krise und verwies auf einen Rückgang von 170 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr. Wirtschaftlicher Druck und preissensible Kunden hätten die Branche hart getroffen. Der Verband setzt sich nun für eine dauerhafte Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Lebensmittel auf 7 Prozent ein – eine Maßnahme, die sowohl Unternehmen als auch Verbraucher entlasten würde.
Darüber hinaus pocht der BdS darauf, die Tarifverhandlungen in der Hand der Sozialpartner zu belassen. Politische Einmischung in die Tarifautonomie lehnt der Verband ab und betont, dass die Eigenverantwortung in diesen Gesprächen entscheidend für die Stabilität sei. Gleichzeitig begrüßt die Organisation Pläne zur Bürokratieabbau, äußert jedoch Bedenken gegenüber neuen kommunalen Verpackungssteuern. Diese würden nach Ansicht des BdS unnötigen Verwaltungsaufwand schaffen, statt Prozesse zu vereinfachen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Beschleunigung und Digitalisierung der Fachkräftezuwanderung. Schnellere Verfahren könnten laut BdS helfen, den Arbeitskräftemangel in der Branche zu lindern.
Insgesamt zeigt sich der Verband optimistisch, dass faire Steuerpolitik, planbare Regulierungen und weniger Bürokratie die Zukunft der Systemgastronomie stärken könnten. Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD nach der Bundestagswahl 2025 voranschreiten. Mit 206 Sitzen für die SPD und 197 für die Union stehen beide Parteien unter Druck, die wirtschaftlichen Herausforderungen von Branchen wie der Systemgastronomie anzugehen. Ihre Positionen zu Regulierung, Subventionen und Energiekosten werden die endgültige Vereinbarung prägen.
Der BdS hat klare Prioritäten für die nächste Regierung definiert – von Steuerentlastungen bis hin zu Arbeitsmarktreformen. Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie dazu beitragen, eine Branche zu stabilisieren, die sich noch immer von den jüngsten Verlusten erholt. Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen wird zeigen, ob aus den Forderungen politische Realität wird.