27 January 2026, 22:04

SYPOX setzt auf Strom statt Öl – und revolutioniert die Chemieindustrie

Eine Tortendiagramm, das den globalen Verbrauch erneuerbarer Energien im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Heißwasser, Heizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe, mit begleitendem Text, der weitere Dateninformationen bereitstellt.

SYPOX setzt auf Strom statt Öl – und revolutioniert die Chemieindustrie

Deutsches Startup SYPOX revolutioniert die chemische Industrie – durch Strom statt fossiler Brennstoffe

Das Münchner Startup SYPOX verändert die chemische Produktion grundlegend, indem es fossile Energieträger durch Strom ersetzt. Das 2021 gegründete Unternehmen hat nun seinen ersten Großkunden gewonnen – ein Deal, der die Emissionen um bis zu 40 Prozent senken soll. Die von einem Team der Technischen Universität München (TUM) entwickelte Technologie zielt darauf ab, die industrielle Chemie deutlich nachhaltiger zu gestalten.

SYPOX startete 2021 mit Unterstützung des TUM Venture Lab ChemSpace und einem EXIST-Gründerstipendium. Die Gründer, die sich während ihres Studiums an der TUM kennenlernten, entwickelten ein System, das statt Öl oder Gas Strom nutzt, um die extreme Hitze für chemische Reaktionen zu erzeugen. Ihr Reaktor ähnelt zwar einem herkömmlichen Druckbehälter in der Industrie, funktioniert aber wie ein leistungsstarkes elektrisches Heizelement.

Im Mittelpunkt steht die Produktion von Synthesegas (Syngas) mit deutlich geringeren CO₂-Emissionen als bei herkömmlichen Verfahren. Eine Pilotanlage im bayerischen Dollnstein, einem kleinen Ort im Altmühltal, hat bereits das Potenzial der Technologie unter Beweis gestellt. Jetzt hat SYPOX einen bedeutenden Auftrag eines nicht namentlich genannten Kunden aus der chemischen Industrie an Land gezogen – unterstützt vom Spezialchemieunternehmen Clariant.

Ab 2026 soll die Anlage täglich rund 150 Tonnen Syngas mit erneuerbarem Strom produzieren. Allein dieser Schritt könnte die Emissionen im Vergleich zu konventionellen Methoden um bis zu 40 Prozent reduzieren. Mit Sitz in Langenbach, nahe dem TUM-Forschungscampus in Garching, positioniert sich SYPOX als wichtiger Akteur bei der Elektrifizierung der Schwerindustrie.

Der Deal mit Clariant markiert den ersten großindustriellen Einsatz der SYPOX-Technologie. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch Strom könnte das Verfahren die Emissionen in der chemischen Produktion deutlich verringern. Die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant, mit einer täglichen Syngas-Produktion von 150 Tonnen.