Streit um längere Arbeitszeiten und Rente: SPD gegen Söders Pläne für 2025
Greta KleinSPD-Sozialexperte: Söders Aussagen zu Mehrarbeit 'Abwegig' - Streit um längere Arbeitszeiten und Rente: SPD gegen Söders Pläne für 2025
In Deutschland ist eine neue Debatte über Arbeitszeiten und Renteneintrittsregeln entbrannt. Die SPD-Sozialexpertin Annika Klose hat die Vorschläge des CSU-Vorsitzenden Markus Söder scharf kritisiert, der eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde vorschlug, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Klose lehnte auch Söders Forderung ab, die vorzeitige Altersrente ab 63 – die sogenannte "Rente mit 63" – schrittweise abzuschaffen.
Söders Plan sieht vor, dass Arbeitnehmer eine zusätzliche Stunde pro Woche arbeiten. Zudem schlug er vor, die "Rente mit 63" zu beenden, ein Modell für den vorzeitigen Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren. Allerdings ist diese Regelung für alle ab 1952 Geborenen bereits ausgelaufen. Für die Jahrgänge 1953 bis 1963 steigt das Renteneintrittsalter für abschlagsfreie Leistungen jährlich um zwei Monate an und beträgt für alle ab 1964 Geborenen 65 Jahre.
Klose argumentierte, dass Arbeitnehmer bereits lange Arbeitszeiten hätten und bei Bedarf bereit seien, zusätzliche Schichten zu übernehmen. Sie bestand darauf, dass Arbeitszeiten durch Tarifverhandlungen und nicht durch Politiker festgelegt werden sollten. Ihr Hauptanliegen war jedoch die Schwierigkeit, mit der ältere Arbeitnehmer konfrontiert sind, bis zur Rente im Job zu bleiben.
Sie wies darauf hin, dass die Förderung der beruflichen Weiterbildung oft mit 55 endet, sodass viele über 60-Jährige kämpfen müssen, um im Arbeitsmarkt zu bleiben. Bevor die Arbeitszeit verlängert werde, betonte Klose, müsse die Regierung zunächst sicherstellen, dass Menschen tatsächlich bis zur Rente arbeiten können. Die aktuelle Diskussion dreht sich um eine abschlagsfreie Rente mit 65 – nicht um das überholte Modell der "Rente mit 63".
Der Streit offenbart tiefe Gräben in der deutschen Arbeitsmarktpolitik. Während Söders Vorschläge die Produktivität steigern sollen, warnen Kritiker wie Klose vor praktischen Hürden für ältere Arbeitnehmer. Ohne bessere Unterstützung könnten längere Arbeitszeiten oder ein höheres Renteneintrittsalter viele daran hindern, im Berufsleben zu bleiben.