27 March 2026, 02:02

Streit um geplantes Abschiebe-Terminal am Münchner Flughafen eskaliert

Germanwings Airbus A320-200 beim Start von Frankfurt Airport mit Gras darunter, einem Zaun im Vordergrund, Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einer bewölkten Himmel.

Streit um geplantes Abschiebe-Terminal am Münchner Flughafen eskaliert

Pläne für ein neues Abschiebe-Terminal am Münchner Flughafen haben unter Politikern und Hilfsorganisationen für Kontroversen gesorgt. Kritiker befürchten, dass die Einrichtung die Stadt zu einem zentralen Abschiebe-Drehkreuz machen könnte, ohne die grundlegenden Probleme der Migrationspolitik zu lösen. Zudem gibt es Vorbehalte wegen der mangelnden Transparenz bei den Projektdetails.

Florian Herrmann von der CSU berief sich kürzlich auf Daten der Bundespolizei, wonach in Deutschland derzeit rund 260.000 Menschen von vollstreckbaren Abschiebebescheiden betroffen sind. Allein in Bayern liegt die Zahl bei etwa 33.000. Diese Zahlen haben die Debatte über die Notwendigkeit des geplanten Terminals weiter angeheizt.

Johannes Becher, migrationspolitischer Sprecher der Grünen im bayerischen Landtag, äußert scharfe Kritik. Er warnt, München drohe durch die Einrichtung zu einem zentralen Abschiebe-Knotenpunkt zu werden. Becher moniert zudem die unklare Planung der Staatsregierung und betont, dass Abschiebungen nur als letztes Mittel gegen schwere Straftäter erfolgen sollten. Stattdessen würden jedoch gut integrierte Menschen mit festem Arbeitsplatz abgeschoben, während gefährliche Straftäter im Land blieben.

Stephan Griebel, der ehrenamtliche Hilfsnetzwerke im Landkreis Freising vertritt, teilt diese Bedenken. Er fordert, dass freiwillige Rückkehrprogramme Vorrang vor Zwangsabschiebungen haben sollten. Griebel befürchtet zudem, dass sich das Terminal zu einem inlandgelegenen Sekundär-Migrationszentrum entwickeln könnte, das Menschen effektiv vom Asylverfahren ausschließt.

Benno Zierer von den Freien Wählern hinterfragt die prognostizierte Zunahme der Abschiebungen über das Terminal. Die erwarteten Zahlen hält er für unrealistisch hoch, was die Skepsis gegenüber dem Projekt weiter verstärkt.

Das geplante Abschiebe-Terminal am Münchner Flughafen bleibt ein umstrittenes Vorhaben. Kritiker fordern stattdessen mehr Fokus auf Integration, Beschäftigung und freiwillige Rückkehrprogramme anstelle von verschärften Abschiebemaßnahmen. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen wider, wie Deutschland mit Migration und Asylpolitik umgeht.

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