20 March 2026, 06:03

Stichwahl in Dorfen: Hitzige Debatte um Freibad und Verkehr vor 300 Zuschauern

Gro├čes Schwimmbad vor einem Geb├Ąude mit Palmen, umgeben von einem Metallzaun, Strommasten, Stra├čenlaternen, Kraftfahrzeugen auf der Stra├če, Strommasten, Stromkabeln und einem bew├Âlktem Himmel.

Stichwahl in Dorfen: Hitzige Debatte um Freibad und Verkehr vor 300 Zuschauern

Bürgermeister-Stichwahl in Dorfen: Hitzegefechte vor 300 Zuschauern – Tausende verfolgten die Debatte online

Die Stichwahl-Debatte um das Bürgermeisteramt in Dorfen lockte über 300 Anwohner in den Saal, während Tausende weitere die Übertragung im Livestream verfolgten. Die Veranstaltung, die von einem begleitenden Artikel mit 6.300 Aufrufen flankiert wurde, offenbarten tiefe Gräben zwischen Amtsinhaber Heinz Grundner (CSU) und seinem Herausforderer Claudius Siebert (UWG, LDW, SPD, Grüne). Im Mittelpunkt des Streits stand die Zukunft des Freibads, doch auch Verkehr, Flächenpolitik und Infrastruktur sorgten für hitzige Wortgefechte.

Die wachsende Gemeinde – mittlerweile Heimat für rund 15.200 Einwohner – verzeichnet seit 2022 ein stetiges Bevölkerungsplus, angetrieben durch Neubauprojekte und Familienförderprogramme. Vor diesem Hintergrund warben beide Kandidaten um die Gunst der Wähler, um Dorfen in die nächste Entwicklungsphase zu führen.

Die Debatte begann mit schnellen Ja-Nein-Runden zu Themen wie "Sport und Freizeit" oder "Verkehr". Besonders umstritten war die Zukunft des Freibads: Grundner plädierte für einen Umzug und bezeichnete dies als einzige machbare Lösung, während Siebert mit kreativen Lärmschutzmaßnahmen konterte, um den Standort zu erhalten.

Bei der Flächenpolitik ging Siebert in die Offensive und behauptete, im Gegensatz zu Grundner persönlich mit Grundbesitzern in Rutzmoos verhandelt zu haben – noch bevor der Kreistag den Schutzstatus des Gebiets aufhob. Grundner konterte scharf und kritisierte die Weigerung des Stadtrats, die Unterhaltung der Staatsstraße 2086 zu übernehmen, als "Jahrhundertchance vertan".

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Auch bei Verkehrslösungen prallten die Positionen aufeinander. Einig waren sich beide, dass die geplante Umgehungsstraße bei Mehlmühle die Staus nicht entscheidend entlasten werde. Uneins waren sie jedoch, ob Dorfen einen vollständigen Ringschluss braucht: Während Grundner auf langfristige Infrastrukturinvestitionen setzte, favorisierte Siebert kurzfristigere Lösungen.

In ihren Schlussworten betonten beide Kandidaten ihre Verbundenheit mit der Gemeinde. Sie gelobten, sich mit vollem Einsatz für das Amt und die Dorfener Bürger einzusetzen – wenn auch mit fundamental unterschiedlichen Visionen für die Zukunft der Stadt.

Die Debatte unterstrich die Herausforderungen einer rasant wachsenden Gemeinde: Bei zunehmeder Bevölkerungsdichte geraten Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen und Freizeitangebote an ihre Grenzen. Die Stichwahl wird nun zeigen, ob sich die Wähler für Grundners Umzugspläne und langfristige Straßenprojekte entscheiden – oder für Sieberts Alternativkonzepte mit Lärmschutz und schrittweisen Verkehrslösungen.

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