15 March 2026, 12:03

Söder fordert Atom-Kurswechsel: Neue Kernkraftwerke für Deutschlands Energiesicherheit

Ein großes Reaktorgerät in einem Gebäude umgeben von verschiedenen Komponenten und Maschinen, mit einem Boden, Geländern und Treppen.

Söder fordert Atom-Kurswechsel: Neue Kernkraftwerke für Deutschlands Energiesicherheit

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert einen radikalen Kurswechsel in der deutschen Atomausstiegs-Politik. Moderne Kernkraft- und Gaskraftwerke seien seiner Ansicht nach unverzichtbar für eine stabile Energieversorgung. Seine Vorschläge stehen damit im direkten Widerspruch zur Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Atomfrage.

Söder betont, Deutschland müsse seine Atomstrategie überdenken, um die Energieunabhängigkeit zu sichern. Der steigende Bedarf durch Künstliche Intelligenz und Elektromobilität sowie die geopolitischen Spannungen machten diese Neuausrichtung dringend notwendig. Zwar räumt er ein, dass die Reaktivierung alter Meiler nicht mehr sinnvoll sei, doch setzt er sich für neue, CO₂-freie Kernkraftwerke mit Grundlastfähigkeit ein.

Im Mittelpunkt seines Plans stehen kleine modulare Reaktoren (SMR), die er als sichere und fortschrittliche Technologie beschreibt – Teil dessen, was er als "Kernenergie 2.0" bezeichnet. Bayern sei bereit, ein Pilotprojekt zu starten, auch wenn bisher weder Standorte noch Zeitpläne feststehen. Zudem schlägt Söder die Transmutation vor, ein Verfahren zur Wiederaufbereitung von Atommüll als Brennstoff, um die Lagerproblematik zu lösen.

Bayern investiert bereits bis zu 400 Millionen Euro in den Demonstrationsreaktor Alpha zur Erforschung der Kernfusion. Söder kritisiert die Entscheidung der Vorgängerregierung, während der Energiekrise Kernkraftwerke abzuschalten. Eine stabile Grundlastversorgung durch moderne Reaktoren sei für Deutschlands Zukunft unverzichtbar, so der Ministerpräsident.

Söders Vorstoß für SMR und nukleare Innovation markiert einen klaren Bruch mit der aktuellen Bundespolitik. Die Bereitschaft Bayerns zu einem Pilotprojekt deutet auf einen möglichen Wandel in der deutschen Energiestrategie hin. Die Debatte über die Rolle der Kernenergie im Übergang zu sauberer Energie wird damit weiter an Fahrt aufnehmen.

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