14 June 2026, 02:03

Selbstbestimmungsgesetz in der Kritik: Rechtsextremistin löst Debatte über Missbrauch aus

Der Fall Liebich stellt das Selbstbestimmungsrecht infrage

Selbstbestimmungsgesetz in der Kritik: Rechtsextremistin löst Debatte über Missbrauch aus

Deutschlands Selbstbestimmungsgesetz gerät nach Fall einer Rechtsextremistin erneut in die Kritik

Das Gesetz, das den Prozess zur Änderung des rechtlichen Geschlechts vereinfacht, steht nach einem prominenten Fall mit einer rechtsextremen Aktivistin erneut in der Diskussion. Kritiker warnen vor möglichem Missbrauch und fordern Reformen.

Marla-Svenja Liebich, früher bekannt als Sven Liebich, änderte ihren rechtlichen Geschlechtseintrag von männlich zu weiblich auf Grundlage des Gesetzes. Liebich, eine bekannte Figur der rechtsextremen Szene, löste mit ihrem Fall breite Besorgnis aus und brachte selbst unter Befürwortern des Gesetzes Forderungen nach Nachbesserungen auf den Plan.

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Die Kritik am Selbstbestimmungsgesetz (Self-ID-Gesetz) hält seit dessen Einführung an. Sowohl die rechtspopulistische AfD als auch die unionsgeführte CDU/CSU lehnen das Gesetz vehement ab und argumentieren, es biete Missbrauchspotenzial. Die Union hatte bereits in der Koalitionsvereinbarung eine Evaluierungsklausel durchgesetzt, die eine Überprüfung bis Ende Juli vorsah.

Doch diese Frist wird voraussichtlich verpasst – zu groß sind die politischen Berührungsängste. Stattdessen wird mit einem Ergebnis erst später in diesem Jahr gerechnet. Unterdessen brachten die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf der Justizministerkonferenz einen gemeinsamen Vorschlag ein, das Gesetz zu verschärfen. Dazu gehört eine rechtliche Klarstellung, wann Standesämter in offensichtlichen Missbrauchsfällen eingreifen dürfen.

Die SPD hält die bestehenden rechtlichen Schutzmechanismen für ausreichend, um Missbrauch zu verhindern. Die Union hingegen besteht darauf, dass das Gesetz Tür und Tor für Manipulationen öffne. Unabhängig davon steht eine Düsseldorfer Polizeibeamtin unter Disziplinarverfahren, nachdem sie ihr rechtliches Geschlecht geändert haben soll – angeblich, um eine Beförderung zu erlangen.

Der Fall Liebich hat den Druck auf die Politik erhöht, vermeintliche Schlupflöcher im Selbstbestimmungsgesetz zu schließen. Über Verschärfungen wird diskutiert, doch politische Uneinigkeit könnte Änderungen verzögern. Das Ergebnis der anstehenden Evaluierung könnte die Zukunft der Geschlechtsanerkennung in Deutschland maßgeblich prägen.

Quelle