Rumänien fordert NATO-Einsatz im Schwarzen Meer gegen russische Drohnenangriffe
Lotta SchneiderRumänien fordert NATO-Einsatz im Schwarzen Meer gegen russische Drohnenangriffe
Rumänien drängt auf eine neue NATO-Mission im Schwarzen Meer, um der wachsenden russischen Bedrohung entgegenzuwirken. Verteidigungsminister Radu Miruță fordert einen stärkeren Schutz und warnt vor hybriden Angriffen und Drohnenkriegführung in der Region. Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der die NATO bereits ähnliche Einsätze entlang ihrer östlichen Flanke durchführt – allerdings ohne spezifischen Fokus auf das Schwarze Meer.
Seit Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 hatte Rumänien mit über einem Dutzend Drohnenverletzungen seines Luftraums zu kämpfen. Minister Miruță plädiert nun dafür, dass die NATO Abwehrsysteme gegen Drohnen, moderne Radaranlagen und Luftabwehrraketen stationiert, um weitere Aggressionen abzuwehren. Das Schwarze Meer bleibt ein zentrales Interesse Russlands, und Rumäniens bevorstehendes Neptun Deep-Gasprojekt – dessen Start für nächstes Jahr geplant ist – könnte zum Ziel hybrider Operationen werden.
Aktuell führt die NATO Missionen wie Baltic Sentry und Eastern Sentry durch, die der Luftverteidigung und Aufklärung entlang der östlichen Bündnisgrenze dienen. Eastern Sentry, im September 2025 gestartet, umfasst Luftpatrouillen und vorverlegte Landstreitkräfte in Bulgarien und Rumänien. Diese Maßnahmen decken jedoch maritime Bedrohungen nicht vollständig ab. Miruță argumentiert, dass die Ressourcen gleichmäßiger vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer verteilt werden sollten, statt sich auf Nordeuropa zu konzentrieren.
Einige NATO-Mitglieder zeigen sich jedoch zurückhaltend gegenüber einer dedizierten Black Sea Sentry-Mission. Bedenken gibt es hinsichtlich der Belastung bestehender Kapazitäten und der Frage, ob ein neuer Einsatz die Fähigkeiten des Bündnisses überdehnen würde. Dennoch besteht Rumänien darauf, dass Unterwasserdrohnen, verbesserte Satellitenüberwachung und ein zentralisiertes Monitoringsystem notwendig sind, um die Region abzusichern.
Rumäniens Forderung nach einer Black Sea Sentry-Mission unterstreicht die sich wandelnden Sicherheitsherausforderungen in der Region. Angesichts steigender russischer Drohnenaktivitäten und bevorstehender kritischer Energieprojekte steht die NATO unter Druck, ihre Verteidigung auszubauen. Das Bündnis muss nun entscheiden, ob es zusätzliche Ressourcen bereitstellt oder sich auf bestehende Operationen verlässt, um die Bedrohung einzudämmen.