17 February 2026, 16:03

Rosatom wirft Siemens Energy raus – Streit um Paks-II-Kernkraftwerk eskaliert

Luftaufnahme eines Kernkraftwerks mit einem großen zylindrischen Aufbau, einem Turm, einer Brücke, einem Fluss, Bäumen, Pflanzen, Gras und Gebäuden.

Rosatom wirft Siemens Energy raus – Streit um Paks-II-Kernkraftwerk eskaliert

Siemens Energy wurde vom Bau des ungarischen Kernkraftwerks Paks II ausgeschlossen. Das Unternehmen sollte die Steuerungselektronik für zwei neue Reaktorblöcke liefern. Doch der Generalauftragnehmer Rosatom kündigte den Vertrag vorzeitig.

Rosatom begründete die Vertragsauflösung damit, dass Siemens Energy vertragliche Verpflichtungen nicht erfüllt habe. Der deutsche Konzern hingegen betont, alle vereinbarten Leistungen erbracht zu haben, und sieht die Kündigung als einseitige Entscheidung des Kunden.

Die von Siemens Energy gelieferten Komponenten machten weniger als vier Prozent der gesamten Ausrüstung des Projekts aus. Rosatom sucht nun nach einem Ersatzlieferanten, der die Arbeiten übernimmt.

Stand Februar 2026 prüft Rosatom mehrere europäische Unternehmen für diese Rolle. Zu den möglichen Kandidaten zählen neben Siemens Energy auch der französische Konzern Alstom und das tschechische Unternehmen Škoda JS. Die Verzögerungen sind auf westliche Sanktionen sowie anhaltende Lieferkettenprobleme zurückzuführen, die das Projekt belasten.

Durch die Kündigung scheidet Siemens Energy endgültig als Zulieferer für Paks II aus. Rosatom muss nun einen neuen Partner für die Steuerungselektronik finden. Je nach Dauer der Ersatzsuche könnte sich der Zeitplan für das Projekt weiter verschieben.