18 June 2026, 12:03

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Lied 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Das Kinderlied „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft mit der Großen Pest von London oder dem Schwarzen Tod in Verbindung gebracht. Doch seine Ursprünge sind weit weniger düster, als viele glauben. Der Reim erschien erstmals 1881 im Druck – lange nach den Seuchen, mit denen er manchmal assoziiert wird.

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Die früheste bekannte Version des Liedes wurde 1881 in England veröffentlicht. Damit ist es unwahrscheinlich, dass es bis ins 17. Jahrhundert oder gar ins Mittelalter zurückreicht. Da es zahlreiche textliche Varianten gibt, gestaltet sich die genaue Herkunftsbestimmung schwierig.

Einige Fassungen enthalten die Zeile „Asche! Asche!“, doch dies hat nichts mit Einäscherung zu tun. In England war die Feuerbestattung nach der römischen Herrschaft verboten, sodass diese Theorie nicht haltbar ist. Auch die Rosen und Blumensträuße im Lied sind nicht zweifelsfrei als Anspielungen auf Pest-Symptome oder -Heilmittel belegt.

Historische Belege deuten darauf hin, dass der Reim ursprünglich ein Kinderspielgesang im Deutschland des 18. Jahrhunderts war. Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich zu einem Gesellschaftsspiel für Jugendliche – eine Möglichkeit, trotz religiöser Einschränkungen gemeinsam zu tanzen. Die Idee, der Reim beziehe sich auf die Pest, tauchte erst 1961 auf, mehr als 80 Jahre nach seinem ersten schriftlichen Erscheinungsbild.

Das Lied bleibt ein einfaches, verspieltes Kinderlied. Ein Bezug zur Pest lässt sich historisch nicht belegen. Die plausibelste Erklärung ist, dass es sich um ein Spiel und nicht um eine düstere Allegorie handelt.

Quelle