Pistorius wirft Trump-Regierung gezielte NATO-Schwächung durch Grönland-Konflikt vor
Lotta SchneiderPistorius wirft USA Schaden an der NATO vor - Pistorius wirft Trump-Regierung gezielte NATO-Schwächung durch Grönland-Konflikt vor
Bundesverteidigungsminister Pistorius wirft US-Regierung unter Trump Schwächung der NATO vor
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat der US-Regierung unter Präsident Donald Trump vorgeworfen, das Bündnis der NATO zu untergraben. Seine Kritik folgt auf jüngste Forderungen Washingtons nach dem Verkauf Grönlands sowie eine harte Haltung in den Verhandlungen zur Ukraine. Pistorius warnte, einseitige Schritte der USA gefährdeten die Einheit der Allianz in einer Zeit aufstrebender globaler Mächte.
Der Konflikt eskalierte Ende 2025, als die Trump-Administration die dänische Souveränität über Grönland infrage stellte. Washington erhöhte den Druck, indem es die Abtretung oder Annexion des Gebiets forderte – mit Verweis auf strategische US-Interessen in der Arktis. Als Dänemark ablehnte, kündigten die USA Zölle von 10 % auf Importe aus Dänemark und anderen NATO-Partnern an, darunter Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland. Die Abgaben sollten ab dem 1. Februar 2026 gelten und auf 25 % bis zum 1. Juni 2026 steigen, falls Dänemark nicht nachgäbe.
Dänemark wies die Forderungen kategorisch zurück, woraufhin es in Kopenhagen zu Massenprotesten kam. Die EU verurteilte die Zölle, kündigte Gegenmaßnahmen an und stellte sich hinter Dänemark. Auch andere NATO-Verbündete äußerten Bedenken über die Stabilität des Bündnisses, doch seit Anfang 2026 gab es Berichten zufolge keine offiziellen Gespräche mehr zwischen den USA und Dänemark.
Pistorius betonte, die USA könnten in der heutigen multipolaren Welt nicht allein handeln, in der mehrere Großmächte Einfluss ausübten. Er argumentierte, Amerika sei innerhalb der NATO stärker, die über 30 Nationen vereine. Der Minister unterstrich zudem, das Bündnis müsse auch europäische Interessen vertreten – nicht nur die der USA. Andernfalls riskierten die aktuellen US-Politik einen Aushöhlung der gemeinsamen Sicherheit.
Der Streit um Grönland und die Handelszölle hat die transatlantischen Beziehungen belastet. Pistorius' Äußerungen spiegeln die wachsende Sorge Europas über den unilateralen Kurs der USA unter Trump wider. Bis Anfang 2026 gab es keine Lösung des Konflikts – die Geschlossenheit der NATO steht weiterhin auf dem Prüfstand.