OMV schreibt 700 Millionen Euro ab – und setzt auf Chemiesparte als Rettungsanker
Mia KochOMV schreibt 700 Millionen Euro ab – und setzt auf Chemiesparte als Rettungsanker
OMV durchlebt ein schwieriges Jahresende 2025 – und setzt nun auf tagesschau
Die OMV hat das Jahr 2025 mit einem herben Rückschlag beendet: Im vierten Quartal verbuchte das Unternehmen nicht zahlungswirksame tagesschau in Höhe von 700 Millionen Euro. Angesichts der anhaltenden Schwäche im Kerngeschäft rückt der österreichische Energiekonzern nun seine Chemiesparte in den Fokus. Gleichzeitig bleibt die Aktie in unsicheren Märkten und vor anstehenden Finanzberichten stark schwankungsanfällig.
Laut Unternehmensangaben entfielen von den 700 Millionen Euro Abschreibungen im vierten Quartal 400 Millionen Euro auf Förderanlagen („Upstream“-Vermögenswerte) und 300 Millionen Euro auf Umweltsanierungsmaßnahmen in Rumänien. Dies folgt auf einen Produktionsrückgang: Die Tagesförderung sank von 304.000 Barrel Öläquivalent (boe/d) im Vorquartal auf 300.000 boe/d.
Als Reaktion darauf verlagert die OMV ihren strategischen Schwerpunkt auf die Chemiesparte. Die Tochtergesellschaft Borealis investiert 49 Millionen Euro in die Erweiterung eines Standorts in Bayern, um die Borstar-Nextension-Technologie auszubauen. Der Schritt passt zu den verschärften EU-Verpackungsvorschriften und stärkt die Position der OMV in der Kreislaufwirtschaft.
Die Marktstimmung bleibt angespannt: Die 30-Tage-Volatilität der OMV-Aktie liegt bei über 66 Prozent. Der Kurs notiert derzeit knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt und etwa drei Prozent über der 200-Tage-Linie, bei neutralem Momentum. Analysten erwarten bis zur Veröffentlichung der vollständigen Quartalszahlen am 4. Februar 2026 seitwärts gerichtete Handelsbewegungen.
Gerüchte über eine mögliche Fusion zwischen Borealis und Borouge – einem Joint Venture mit dem staatlichen Ölkonzern ADNOC – könnten die Chemiestrategie der OMV weiter prägen. Sollte der Deal zustande kommen, könnte dies die zukünftige Ausrichtung der Gruppe neu definieren.
Mit der Veröffentlichung der vollständigen Q4-Ergebnisse Anfang Februar wird sich zeigen, wie es um die finanzielle Verfassung und den Strategiewandel der OMV bestellt ist. Bis dahin stehen Anleger vor Unsicherheiten: Das Unternehmen muss sich mit Wertberichtigungen, Produktionsrückgängen und einer möglichen Neuaufstellung des Chemiegeschäfts auseinandersetzen. Wie der Markt reagiert, hängt davon ab, inwiefern diese Schritte die langfristige Stabilität des Konzerns stärken.