15 January 2026, 02:42

Ökumene-Empfang in Bockhorn: Gemeinsame Farben gegen gesellschaftliche Spaltung

Ein Schwarz-Weiß-Rahmen mit dem Text "Das Glaubensbekenntnis, vereinbart von der Versammlung der Diener in Westminster" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen.

Ökumene-Empfang in Bockhorn: Gemeinsame Farben gegen gesellschaftliche Spaltung

Ökumene-Nejahrsempfang in Bockhorn: „Zeigt eure Farben – Was Christen gemeinsam vertreten“

Der ökumenische Neujahrsempfang in Bockhorn brachte Anfang Januar 2026 lokale Führungspersönlichkeiten und religiöse Würdenträger unter dem Motto „Zeigt eure Farben – Was Christen gemeinsam vertreten“ zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Reden über Einheit, Mut und die Rolle des Glaubens bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Prominente Stimmen aus Politik, Kirchenvertreter und Gemeindeaktivisten äußerten dabei ihre Sorgen über die wachsende Spaltung in Deutschland.

Bürgermeister Lorenz Angermaier eröffnete die Veranstaltung mit einer Warnung vor sich vertiefenden Konflikten zwischen den Generationen und sozialen Schichten. Er rief die Anwesenden auf, demokratische Werte angesichts steigender Spannungen zu verteidigen. Seine Worte bildeten den Auftakt für weiterführende Diskussionen über Solidarität und bürgerliches Engagement.

Die bayerische Staatsministerin Ulrike Scharf lobte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Kirchen und politischen Institutionen im Landkreis Erding. Sie betonte, wie solche Partnerschaften helfen, lokale und regionale Probleme zu lösen. Landrat Martin Bayerstorfer pflichtete ihr bei und unterstrich, dass jedes einzelne Handeln zählt, um der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken. Diakon Martin Ringhof hielt eine Predigt, in der er zu Überzeugung und Einheit aufrief – ohne Andersdenkende zu dämonisieren. Sein evangelischer Kollege, Diakon Christian Weigl, erkannte zwar den Schmerz von Konflikten an, lehnte aber Resignation ab und forderte stattdessen Brückenbau zwischen den Lagern. Beide Diakonen setzten auf Heilung und Dialog statt auf Spaltung.

Volker Nickolai-Labitze vom Synodalverband des Evangelisch-Lutherischen Dekanats veranschaulichte Wandel mit einem prägnanten Bild: Ein Elefant (als Symbol für Emotionen) müsse von seinem Reiter (der Vernunft) gelenkt werden, um voranzukommen. Seine Analogie unterstrich, wie wichtig es ist, die Gefühle der Menschen zu erreichen, um echten Fortschritt zu erzielen. Jörg Basten, Vorsitzender des Bezirkskatholikenrats, ergänzte, dass Mut und klare Werte in der heutigen unsicheren Zeit unverzichtbar seien.

Der Empfang endete mit einem gemeinsamen Bekenntnis, das Verständnis und aktives gesellschaftliches Mitwirken fördern will. Vertreter aus Politik und Glaubensgemeinschaften betonten übereinstimmend, dass nur gemeinsames Handeln die modernen Herausforderungen bewältigen kann. Das Motto der Veranstaltung – „Zeigt eure Farben“ – stand dabei als Aufruf, auch im Dissens zusammenzuhalten.