28 December 2025, 03:19

Oettinger einigt sich mit NGG auf Tarifvertrag – doch Braunschweig zahlt den Preis

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Oettinger einigt sich mit NGG auf Tarifvertrag – doch Braunschweig zahlt den Preis

Oettinger Getränke einigt sich mit NGG-Gewerkschaft auf Tarifvertrag nach zähen Verhandlungen

Nach langen Verhandlungen hat die Oettinger Brauerei mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einen Tarifabschluss erzielt. Die Vereinbarung betrifft rund 800 Beschäftigte an drei Standorten und umfasst Lohnerhöhungen, verlängerte Arbeitszeiten sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung. Sie fällt in eine Zeit, in der die Braubranche unter sinkenden Absätzen und steigenden Kosten zunehmend unter Druck gerät.

Der neue Tarifvertrag gilt bis Ende 2027. Innerhalb von zweieinhalb Jahren steigen die Löhne insgesamt um 3,8 Prozent. Zudem erhalten die Mitarbeiter bezahlte Pausen während der Schichten, und die Regelungen zu Probezeiten werden präziser gefasst.

Von Juni bis September wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 45 Stunden erhöht, um die Spitzennachfrage zu bewältigen. Betroffen sind die Braustätten in Oettingen und Mönchengladbach sowie ein Logistikstandort in Walldorf. Gleichzeitig stellt Oettinger sein Produktionswerk in Braunschweig bis Jahresende ein. Rund 140 Arbeitsplätze sind davon betroffen, wobei Teile der Logistik in der Stadt verbleiben. Die Bierproduktion wird vollständig an die eigenen Standorte in Oettingen und Mönchengladbach verlegt. Die Branche kämpft seit einiger Zeit mit rückläufigen Verkäufen und explodierenden Kosten. Während kleinere Brauereien bereits schließen mussten, passen größere Unternehmen wie Oettinger ihre Strukturen an, um Einsparungen zu erzielen.

Der Tarifabschluss sichert den Beschäftigten Lohnsteigerungen und saisonale Flexibilität. Die Schließung des Braunschweiger Werks unterstreicht jedoch die Herausforderungen der Branche. Künftig wird die Produktion auf zwei Hauptstandorte konzentriert, während Teile der Logistik in Braunschweig erhalten bleiben.