Oberasbachs Zukunft: Zwei Kandidaten, unterschiedliche Wege aus der Schuldenfalle
Greta KleinOberasbachs Zukunft: Zwei Kandidaten, unterschiedliche Wege aus der Schuldenfalle
Oberasbachs finanzielle Zukunft und Entwicklungspläne stehen vor den Kommunalwahlen im Fokus. Zwei führende Kandidaten – Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler) – haben kürzlich ihre Visionen für die Stadt vorgestellt. Beide gingen auf drängende Themen wie Verkehr, Bildung und Wirtschaftswachstum ein, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte in Finanzierung und Prioritäten.
Ihre Stellungnahmen erfolgten nach identischen Fragen, um den Wählern einen klaren Vergleich der politischen Konzepte zu ermöglichen.
Die Finanzlage Oberasbachs präsentiert sich in den vergangenen fünf Jahren ambivalent: Die Gewerbesteuereinnahmen und Landeszuweisungen stiegen leicht, doch die Defizite blieben bestehen – 1,2 Millionen Euro im Jahr 2021, 0,8 Millionen Euro 2022, ein kleiner Überschuss von 0,5 Millionen Euro 2023 sowie prognostizierte Fehlbeträge von 0,3 Millionen Euro 2024 und 0,4 Millionen Euro 2025. Gleichzeitig wuchs die kommunale Verschuldung von 18,5 Millionen Euro (2021) auf voraussichtlich 22,1 Millionen Euro bis 2025.
Marco Haas (CSU) will die Haushaltslage durch klare Priorisierung und strategische Investitionssteuerung neu ausrichten. Geplant sind die Nutzung städtischer Flächen für Entwicklungsprojekte, Kooperationen mit Nachbargemeinden und die Schaffung finanzieller Spielräume für künftige Vorhaben. Sein Ziel ist ein lebenswertes Oberasbach für alle Generationen – mit Ausbau der Ganztagsbetreuung, Aufwertung öffentlicher Räume und Stärkung der lokalen Wirtschaft durch ein digitales Einkaufsportal für Unternehmen sowie gezielte Gewerbeflächen-Nutzung.
Haas unterstützt zudem die Radschnellverbindung nach Nürnberg, betont aber die Verkehrssicherheit als Priorität. Bei Mini-Kreisverkehren zeigt er sich zurückhaltend. Verbesserungen im ÖPNV und regionale Vernetzung stehen ebenfalls auf seiner Agenda, wobei er praktische Grenzen anerkennt.
Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler) setzt auf echte regionale Vernetzung und Arbeitsplatzschaffung in Gewerbegebieten, insbesondere durch stadtteilverträgliche Betriebe in der Altstadt. Wie Haas befürwortet er die Radschnellverbindung als regionales Projekt und priorisiert Verkehrssicherheit. Sein Ansatz umfasst den Ausbau der Radinfrastruktur und des ÖPNV, wo immer machbar.
Im Bildungsbereich treibt Diebenbusch ein offenes Ganztagsangebot, technische Modernisierungen und einen Fahrplan zur Behebung von Mängeln in Schulen und Kitas voran. Finanzpolitisch plädiert er für die Umsetzung des kommunalen Konsolidierungsplans, die Entwicklung ausgewählter Grundstücke mit der WBG Wohnungsbaugenossenschaft sowie eine optimierte Mittelbeschaffung durch professionelles Projektmanagement. Zudem sieht er Potenzial in höheren Einnahmen durch erfolgreiche Unternehmen und interkommunale Zusammenarbeit.
Oberasbach steht vor anhaltenden finanziellen Herausforderungen: Defizite und steigende Schulden prägen die künftigen Weichenstellungen. Während Haas auf strategische Flächennutzung und digitale Impulse setzt, favorisiert Diebenbusch Konsolidierung und lokale Wirtschaftsförderung.
Die nächsten Schritte hängen davon ab, welchen Kurs die Wähler unterstützen – beide Kandidaten bieten unterschiedliche Wege für Verkehr, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.






