23 January 2026, 02:05

ÖBB kämpft mit Millionenkosten durch deutsche Schienensperren ab 2026

Ein Güterzug fährt auf Schienen neben einer Stadt mit Strommasten, Gebäuden, Bäumen, Gras und einem bewölkten Himmel.

ÖBB kämpft mit Millionenkosten durch deutsche Schienensperren ab 2026

Österreichs Bahn steht vor großen Herausforderungen, während Deutschland seine Schienen modernisiert

Die österreichische Bundesbahn ÖBB sieht sich mit massiven Problemen konfrontiert, da Deutschland mit umfangreichen Schienenausbauprojekten voranschreitet. Zwei entscheidende grenzüberschreitende Strecken werden Anfang 2026 gesperrt, was teure Umleitungen erfordert und die finanzielle Belastung erhöht. Trotz dieser Rückschläge investiert die ÖBB weiterhin über drei Milliarden Euro jährlich in die eigene Infrastruktur – ein klares Zeichen für ihr langfristiges Engagement im Schienenausbau.

Die Situation eskaliert, während die Deutsche Bahn unter der neuen Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla ein jahrzehntelanges Modernisierungsprogramm startet. Gleichzeitig kämpft die Güterverkehrssparte der ÖBB darum, sich von jahrelangen Verlusten zu erholen, auch wenn der Personenverkehr mit inflationsbereinigten Ticketpreisen stabil bleibt.

Ab Februar 2026 wird eine wichtige Güterverkehrsachse zwischen Passau, Regensburg und Nürnberg für ein ganzes Jahr vollständig gesperrt. Die Schließung, Teil der deutschen Schienenmodernisierung, zwingt die ÖBB, Züge umzuleiten – mit Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Eine weitere zentrale Strecke von Freilassing bei Salzburg über Rosenheim nach München wird ebenfalls für sechs Monate gesperrt, was sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr beeinträchtigt.

ÖBB-Chef Andreas Matthä räumt die Belastungen ein, insbesondere da sich die Auswirkungen der Deutschen-Bahn-Upgrades auch jenseits der Grenze bemerkbar machen. Bisher gibt es zwischen den beiden Unternehmen jedoch keine Bestätigung für eine enge Zusammenarbeit, obwohl sich Verzögerungen und Sperrungen häufen. Matthä steht zusätzlich unter Druck, da die Güterverkehrssparte Rail Cargo, ein Tochterunternehmen der ÖBB, seit Jahren Verluste schreibt. Eine Wende könnte bis 2027 gelingen, falls die laufende "Phoenix"-Restrukturierung erfolgreich ist – doch eine vollständige Erholung bleibt ungewiss.

Ein Lichtblick ist die neu eröffnete Koralmbahn mit ihrem 33 Kilometer langen Tunnel, die sich als Erfolg erweist. Täglich nutzen rund 7.000 Fahrgäste die Strecke, und angrenzende Gemeinden verzeichnen ein wirtschaftliches Wachstum. Dennoch bleibt die Gesamtlage schwierig: Immer mehr Güter werden auf die Straße verlagert, was die Klimaziele untergräbt – trotz politischer Bekundungen, den Schienenverkehr zu stärken.

Die Sanierung des deutschen Schienennetzes wird mindestens ein Jahrzehnt dauern, selbst bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Bis dahin muss die ÖBB die finanziellen Belastungen durch Umleitungen schultern und gleichzeitig ihre eigenen Ausbaupläne vorantreiben. Die Fahrpreise im Personenverkehr werden jedoch nur inflationsbedingt steigen – im Gegensatz zu anderen Sektoren, in denen deutliche Preissprünge zu beobachten sind.

Die Sperrungen werden den grenzüberschreitenden Verkehr und Gütertransport jahrelang beeinträchtigen und der ÖBB zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro bescheren. Zwar zeigt die Koralmbahn Fortschritte, doch der Güterverkehrssektor kämpft weiterhin um die Rückkehr in die Gewinnzone.

Deutschlands Modernisierungsoffensive, so notwendig sie auch ist, wird die Bahnbetreiber auf beiden Seiten der Grenze auf eine harte Probe stellen. Die langfristigen Investitionen der ÖBB signalisieren zwar Vertrauen in die Zukunft der Schiene – doch die unmittelbaren Herausforderungen durch Umleitungen, finanzielle Belastungen und verlagerten Güterverkehr bleiben enorm.