05 February 2026, 12:08

Nobelpreisträger retten Latein: Österreichs Elite kämpft für antike Bildung

Ein Plakat, das das Théâtre de l'Opéra in Paris bewirbt, zeigt eine Frau in einem gelben Kleid umgeben von anderen Menschen mit Text darauf.

Nobelpreisträger retten Latein: Österreichs Elite kämpft für antike Bildung

Eine prominente Petition zur Rettung des Lateinunterrichts in Österreich hat einflussreiche Unterstützer gewonnen. Drei Nobelpreisträger – darunter Elfriede Jelinek – haben sich der Initiative angeschlossen.

Die auf aufstehn.at veröffentlichte Petition hat bereits Unterschriften einiger der angesehene­sten Persönlichkeiten des Landes gesammelt. Neben den Nobelpreisträgern zählen auch der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer, der Onkologe Christoph Zielinski und der Literaturwissenschafter Herbert Zeman zu den Unterzeichnern. Schriftstellerinnen wie Anna Baar und die Theaterregisseurin Karin Bergmann betonen ebenfalls die Bedeutung des Lateinischen für die Bildung.

Unterdessen bleibt Österreichs künstlerischer Ruf ungebrochen, wie der jüngste Erfolg von Monsters Paradise zeigt. Die Oper, eine avantgardistische Zusammenarbeit der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek, feierte in Hamburg ihre vielbeachtete Premiere. Unter der Regie von Tobias Kratzer und mit Bühnenbildern von Rainer Sellmaier markierte die Produktion einen kühnen Auftakt für die Amtszeit des neuen Intendanten.

Das Staatsorchester, geleitet von Dirigent Titus Engel, bot eine Darstellung, die Neuwirths hohe musikalische Ansprüche erfüllte. Der Bariton Georg Nigl übernahm die Hauptrolle in dieser opernhaften Groteske, die Jelineks scharfsinniges Libretto mit Neuwirths expressiver Partitur verband. Die Uraufführung unterstrich Österreichs Tradition künstlerischer Exzellenz – während die Debatten über die Bildungspolitik weitergehen.

Die Petition zählt mittlerweile 88 Unterzeichner aus der intellektuellen und kreativen Elite des Landes. Ihr Engagement spiegelt die anhaltende Spannung zwischen Tradition und Reform im Bildungswesen wider. Der Ausgang dieser Kampagne könnte maßgeblich beeinflussen, wie klassische Fächer in den Schulen des Landes in den kommenden Jahren vermittelt werden.