29 March 2026, 06:05

Neues KRITIS-Gesetz: Wie Deutschland seine Infrastruktur gegen Cyberangriffe wappnet

Ausführliche alte Karte von Schaffen, Deutschland, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Textangaben zur Bevölkerung, Dichte und Lage zeigt.

Neues KRITIS-Gesetz: Wie Deutschland seine Infrastruktur gegen Cyberangriffe wappnet

Deutschland stärkt Abwehr gegen Cyber- und physikalische Bedrohungen mit neuem Gesetz

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Seit März 2026 gilt das Kritische-Infrastrukturen-Schutzgesetz (KRITIS-Dachgesetz), mit dem Deutschland seine Abwehr gegen digitale und physische Angriffe ausbaut. Betreiber essenzieller Dienstleistungen sind nun verpflichtet, ihre Sicherheit zu erhöhen und sich auf mögliche Attacken vorzubereiten.

Das Gesetz, das am 10. September 2025 verabschiedet wurde, legt strenge Vorgaben für rund 30.000 Unternehmen fest, die nun als Betreiber kritischer Infrastrukturen eingestuft werden. Doch bis Anfang 2026 hatten sich lediglich zwischen 4.856 und 11.500 offiziell beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert. Das Gesetz verlangt unter anderem verbesserten physischen Schutz, Resilienzplanung und die Überwachung von Sicherheitsvorfällen – konkrete Umsetzungsdetails bleiben jedoch offen, was besonders kleinere Unternehmen vor Herausforderungen stellt.

Die Einhaltung des Gesetzes umfasst fünf zentrale Schritte: die Identifizierung kritischer Bereiche, die Risikobewertung, die Erarbeitung von Schutzkonzepten, die Umsetzung von Maßnahmen sowie die Nachverfolgung von Sicherheitsverstößen. Experten warnen jedoch vor einer Kluft zwischen gesetzlichen Anforderungen und der praktischen Umsetzung. Markus Weidenauer, Geschäftsführer der SecCon Group, betont die Diskrepanz zwischen politischem Willen, rechtlichen Verpflichtungen und der tatsächlichen Umsetzung in der Praxis.

Gleichzeitig werden Angriffe auf Infrastruktur immer ausgefeilter – oft von staatlichen Akteuren gesteuert und über Jahre vorbereitet. Deutschland setzt dabei jedoch weniger auf verdeckte Aufklärung, etwa durch Undercover-Agenten, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Zugleich haben sich die Risiken in vernetzten Haushalten im vergangenen Jahr verdreifacht, während neue Gefahren wie bösartige QR-Codes ("Quishing") die Bedrohungslage weiter verschärfen. Ein kürzlich bekannt gewordener Datenleck bei Ernst & Young unterstreicht zudem die Schwachstellen im Datenschutz.

Das KRITIS-Dachgesetz definiert klare Verantwortlichkeiten für Notfallmanagement und Sicherheit. Unternehmen müssen sich nun an strengere Regeln anpassen, doch viele kämpfen noch mit Unsicherheiten bei der Umsetzung. Angesichts immer raffinierterer Angriffe wird der Erfolg des Gesetzes davon abhängen, wie gut es der Wirtschaft gelingt, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen.

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