Neues Digital-Gesundheitsgesetz: Was sich für Patienten und Pflege ändert
Greta KleinNeues Digital-Gesundheitsgesetz: Was sich für Patienten und Pflege ändert
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat Pläne für ein neues Digital-Gesundheitsgesetz vorgestellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die digitale Gesundheitsinfrastruktur zu verbessern und die gematik, die Organisation hinter der deutschen Telematikinfrastruktur, zu stärken. Zudem soll die elektronische Patientenakte (ePA) nutzerfreundlicher gestaltet und widerstandsfähiger gegen Systemausfälle werden.
Das Digital-Gesundheitsgesetz konzentriert sich auf die Vereinfachung und Optimierung der Telematikinfrastruktur. Es sieht vor, die ePA leichter bedienbar und zuverlässiger – auch bei Störungen – zu machen. Die AOK-Krankenkasse unterstützt diese Änderungen und plant, den Authentifizierungsprozess für die ePA zu vereinfachen.
Die AOK befürwortet zudem Vorschläge zur Nutzung von Gesundheitsdaten über das Gesundheitsforschungsdatenzentrum. Sie fordert einen besseren Zugang zu Versichertendaten, um das Versorgungsmanagement zu verbessern. Darüber hinaus schlägt die AOK vor, den Einfluss der gesetzlichen Krankenversicherungen auf die gematik zu verstärken – entweder durch eine höhere Beteiligung oder mehr Mitspracherechte bei Entscheidungen.
Pflegeeinrichtungen betonen den dringenden Bedarf an besserer Digitalisierung in ihrem Bereich. Angesichts von Personalmangel und hohem Verwaltungsaufwand seien praktikable Lösungen unverzichtbar, so ihre Argumentation. Thomas Knieling vom Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) unterstrich, dass die Langzeitpflege als eigenständiger Sektor behandelt werden müsse, um sicherzustellen, dass die Digitalisierung konkrete Vorteile bringt.
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV) begrüßte zwar die Pläne zur Stärkung der gematik, forderte jedoch eine unabhängige „elektronische Pflegeakte“, die von der ePA getrennt sein solle. Ärztinnen und Ärzte zeigen sich hingegen zurückhaltend gegenüber den ePA-Plänen und bestehen auf Qualitätsverbesserungen, um zusätzliche Bürokratie zu vermeiden.
Das Digital-Gesundheitsgesetz schlägt zentrale Reformen für das digitale Gesundheitssystem in Deutschland vor. Es behandelt Infrastruktur, Datenzugang und branchenspezifische Anforderungen. Die Reaktionen der Beteiligten fallen unterschiedlich aus: Während einige die Pläne unterstützen, fordern andere Nachbesserungen, um praktische Mehrwerte zu sichern.
