26 December 2025, 15:56

Neues Abschiebeterminal am Flughafen München sorgt für politische Kontroversen

Ein Blick ins Innere einer Halle mit Flugzeugen, eines davon hängt von der Decke, Lampen auf dem Boden, Menschen in der Nähe eines Zauns und eine Tafel mit Text an der Wand, beleuchtet von nahen Lampen.

Neues Abschiebeterminal am Flughafen München sorgt für politische Kontroversen

Am Flughafen München, Deutschlands zweitgrößtem Luftverkehrsdrehkreuz, soll ein neues Abschiebeterminal entstehen. Die Einrichtung wird für die Abwicklung von Rückführungen von Migrant:innen zuständig sein und soll Abschiebungen effizienter gestalten. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant – doch bereits jetzt sorgt das Vorhaben für Diskussionen unter Politiker:innen und lokalen Behörden.

Das Terminal wird auf einem 66 mal 60 Meter großen Grundstück errichtet und sich über zwei Etagen erstrecken. Im Zentrum wird eine Check-in-Zone entstehen, die täglich bis zu 50 Einzel- und Sammelabschiebungen per Charterflug koordinieren kann. Täglich sollen etwa 100 Fahrzeuge das Gelände ansteuern und wieder verlassen.

Für die Planung zeichnen die Architekturbüros Gottfried Böhm Architekten und Steimle und Partner verantwortlich, während die Bauarbeiten von ZÜBLIN durchgeführt werden. Die Arbeiten begannen 2023, die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt setzen sich seit Langem für konsequentere Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber:innen und ausländischer Straftäter:innen ein. Die Stadt Freising blockiert jedoch den vom Flughafen gewählten Standort aus bautechnischen und planungsrechtlichen Gründen.

Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Die Grünen kritisieren das Projekt als „höchst problematisch“, während Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) es als „sinnvolle Maßnahme“ bezeichnet.

Ziel des Terminals ist es, Abschiebeverfahren zu zentralisieren und zu beschleunigen. Nach der Inbetriebnahme wird es zu einem zentralen Baustein des deutschen Migrationsvollzugs. Welche Auswirkungen es auf die lokale Politik und die öffentliche Meinung haben wird, bleibt abzuwarten.