Neue Matrix hilft Landwirten bei optimaler Kulturauswahl für Agri-Photovoltaik
Mia KochNeue Matrix hilft Landwirten bei optimaler Kulturauswahl für Agri-Photovoltaik
Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neues Werkzeug entwickelt, das Landwirten bei der Auswahl der besten Kulturen für die Agri-Photovoltaik helfen soll. Dieses System kombiniert die Solarstromerzeugung mit der Landwirtschaft auf derselben Fläche. Ihre Erkenntnisse, die im Fachmagazin Solar Compass veröffentlicht wurden, zielen darauf ab, Projekte für erneuerbare Energien effizienter und nachhaltiger für kleine bäuerliche Gemeinschaften zu gestalten.
Das Team entwickelte eine Entscheidungsmatrix, die 12 wichtige Kulturpflanzen bewertet. Sie analysiert, wie jede Pflanze auf Beschattung, Mikroklima-Veränderungen und Wachstumsmuster unter Solarmodulen reagiert. Daten zur globalen horizontalen Sonneneinstrahlung (GHI) helfen dabei, zu bestimmen, welche Kulturen unter verschiedenen Lichtbedingungen am besten gedeihen.
Beeren, Obstbäume und Gemüse eignen sich besonders gut für Agri-Photovoltaik-Anlagen. Diese Pflanzen profitieren von der teilweisen Beschattung und den kontrollierten Mikroklimaten, benötigen weniger Fläche und steigern gleichzeitig den wirtschaftlichen Ertrag pro Fläche. Getreide, Faserpflanzen und Ölsaaten hingegen brauchen mehr Freifläche und sind weniger für stark beschattete Zonen geeignet.
Kräuter, Gräser und Hülsenfrüchte zeigen vor allem in trockenen Regionen großes Potenzial. Ihr geringer Wasserbedarf und ihre Schattentoleranz machen sie ideal für aride und semiaride Klimazonen. Die Matrix berücksichtigt zudem den Wasserbedarf und die räumlichen Anforderungen und bietet Landwirten so eine flexible Entscheidungsgrundlage.
Die unter dem Titel Crop Selection in Agri-PV: International Review based Strategic Decision-Making Model veröffentlichte Studie liefert einen Rahmen für zukünftige Projekte. Die Forscher schlagen vor, das Modell durch Praxisbeispiele, Feldversuche sowie Rückmeldungen von Landwirten und Branchenexperten weiter zu verbessern.
Die neue Matrix bietet eine praktische Methode, um Kulturen mit Solaranlagen optimal zu kombinieren. Sie unterstützt Kleinbauern und dezentrale Projekte für erneuerbare Energien dabei, die Flächennutzung und die Einnahmen zu maximieren. Weitere Tests und das Feedback von Beteiligten könnten das Modell für eine breitere Anwendung in der nachhaltigen Landwirtschaft verfeinern.






