09 June 2026, 12:04

Neuburg an der Donau rüstet sich gegen Gasstopp und setzt auf klimaneutrale Fernwärme

Neuburg an der Donau: Fernwärme aus Abwärme

Neuburg an der Donau rüstet sich gegen Gasstopp und setzt auf klimaneutrale Fernwärme

Neuburg an der Donau sichert Wärmeversorgung für den Fall eines russischen Gasstopps – und treibt Klimaneutralität voran

Die bayerische Stadt mit 30.000 Einwohnern rüstet sich für einen möglichen vollständigen Ausfall der russischen Gaslieferungen und baut gleichzeitig ihr Fernwärmenetz aus, um bis 2040 klimaneutral zu werden.

Das bestehende Netz erstreckt sich über 35 Kilometer, versorgt rund 400 Gebäude und liefert jährlich 65 Millionen Kilowattstunden Energie – wodurch etwa 18.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die Wärme stammt zu je einem Drittel aus industrieller Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und gasbefeuerten Spitzenlastkesseln.

Um die Abhängigkeit von Gas zu verringern, entsteht derzeit ein Hackschnitzelheizwerk, das noch in diesem Herbst in Betrieb gehen soll. Die Kommune hat bereits rund 40 Millionen Euro in den Ausbau des Netzes investiert, wobei 40 Prozent der Kosten durch öffentliche Fördermittel gedeckt wurden.

Seit 2013 besteht eine Kooperation mit dem ortsansässigen Glasverpackungshersteller Verallia – lange bevor Klimaneutralität in Deutschland zum Mainstream-Ziel wurde. Nun fließen zusätzliche 14 Millionen Euro in die Zusammenarbeit mit einem benachbarten Dämmstoffproduzenten, um das Netz um 40 bis 50 Millionen Kilowattstunden zu erweitern.

Mit dem neuen Biomassekessel und den ausgeweiteten Industriepartnerschaften kann Neuburg die Grundversorgung mit Wärme auch bei einem Gaslieferstopp aufrechterhalten. Die langfristigen Investitionen in die Fernwärme sind zugleich ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dank kontinuierlicher Förderung und der engen Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft soll das System in den kommenden Jahren weiter wachsen.

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