Netzbetreiber in Europa kämpfen mit Flut an Großspeicher-Anträgen
Ansturm auf Netzanbindungen für Großspeicher überlastet Betreiber in Europa
Ein starker Anstieg der Anträge auf Netzanschlüsse für großflächige Batteriespeicherprojekte bringt die Netzbetreiber in Europa an ihre Grenzen. Das kürzlich von der EU beschlossene "Netzpaket" legt zwar neue Regeln für den Netzzugang fest, doch bleiben Herausforderungen bestehen, da Flexibilität und Standardisierung mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Branchenverbände und Politiker drängen nun auf klarere Lösungen, um den Engpass zu entschärfen.
Die Flut an Antragsstellungen überfordert viele Verteilnetzbetreiber. Zwar definiert das EU-"Netzpaket" mit Gültigkeit ab Dezember 2025 Anforderungen für den Zugang, doch legen die Betreiber weiterhin eigene Kriterien für flexible Anschlussvereinbarungen (FAV) fest. Diese Vereinbarungen sind zwar nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) freiwillig, gelten aber als zentrales Instrument, um die Netzbelastung zu steuern.
Fortschritte gibt es vereinzelt: So hat der bayerische Netzbetreiber LEW Verteilnetz bereits mehrere FAV abgeschlossen – wenn auch mit Einschränkungen bei der Einspeisung von bis zu 1.000 Stunden pro Jahr. Die meisten Betreiber zögern jedoch noch, da es an Erfahrung und einheitlichen Verfahren mangelt. Die Bundesnetzagentur prüft zwar die Kriterien der einzelnen Betreiber, doch fehlen bisher verbindliche Vorgaben.
Aktuell wird diskutiert, ob FAV verpflichtend eingeführt werden sollten. Der Deutsche Bundestag fordert mehr Transparenz und Standardisierung, während der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) und LEW Verteilnetz an Lösungen für netzneutrale Speichersysteme arbeiten. Ohne breitere Umsetzung dürften sich die Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge jedoch weiter hinziehen.
Das EU-"Netzpaket" bietet zwar einen Rahmen, doch müssen Betreiber und Regulierungsbehörden sich noch auf flexible Anschlussregeln einigen. Solange FAV nicht flächendeckend und standardisiert eingesetzt werden, wird sich der Stau bei den Netzanschlussanträgen weiter vergrößern. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob die Politik verbindliche Vorgaben erlassen oder die Einführung weiterhin freiwillig belassen wird.