Netto verkauft Zebra- und Känguru-Fleisch – Artenschützer schlagen Alarm
Lotta SchneiderNetto verkauft Zebra- und Känguru-Fleisch – Artenschützer schlagen Alarm
Deutscher Discounter bietet exotisches Fleisch an – Debatte über Ethik und Nachhaltigkeit entfacht
Der deutsche Discounter Netto hat damit begonnen, exotische Fleischsorten wie Zebra und Känguru zu verkaufen. Im Rahmen einer Aktionswoche werden die Produkte zu niedrigen Preisen angeboten. Der Schritt hat die Diskussion über die ethischen und ökologischen Aspekte des Wildfleischkonsums neu entfacht.
Die Bestände der Steppenzebras sind zwischen 2002 und 2016 um 24 Prozent geschrumpft. Die Art gilt mittlerweile als „potenziell gefährdet“, wobei die Jagd auf Fell und Fleisch als Hauptgrund für den Rückgang genannt wird. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife warnt vor dem Verzehr solcher Fleischsorten und verweist auf die sinkenden Wildtierbestände.
Auch die Känguru-Populationen in Australien stehen unter Druck. Jährlich werden etwa 1,5 Millionen Tiere für Fleisch, Tierfutter und Leder geschossen. Experten argumentieren, dass die Bejagung die Herdenstrukturen zerstört und das Überleben der Arten bedroht – trotz Behauptungen einer Überpopulation. Deutschland bleibt der weltweit drittgrößte Importeur von Känguru-Produkten.
Netto bietet derzeit Zebra-Steaks für 6,99 Euro und Känguru-Fleisch für 4,95 Euro an. Viele Länder verfügen jedoch nicht über strenge Tierschutzgesetze für die Jagd, was oft zu grausamen und qualvollen Todesfällen bei Wildtieren führt, die in den Handel gelangen.
Der Verkauf von Zebra- und Känguru-Fleisch in deutschen Supermärkten unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich des Artenschutzes. Rückläufige Tierbestände und unregulierte Jagdmethoden bleiben zentrale Probleme. Solange die Nachfrage besteht, wird die Debatte über den Konsum exotischer Fleischsorten wohl weitergehen.
