Netflix und Harry & Meghan: Warum ihr Millionen-Deal jetzt scheitert
Lotta SchneiderBeschuldigungen und schwindendes Vertrauen? - Netflix und Harry & Meghan: Warum ihr Millionen-Deal jetzt scheitert
Netflix' einst viel beachtete Partnerschaft mit Prinz Harry und Meghan Markle steht nach fünfeinhalb Jahren vor dem Aus. Der einst Millionen wertende Deal hat gerade einmal zwei große Veröffentlichungen hervorgebracht, während andere prominente Kooperationen wie die der Obamas mit Higher Ground florieren. Bis Anfang 2026 gibt es keine Ankündigung einer Verlängerung – und Brancheninsider deuten an, dass das Verhältnis stark abgekühlt ist.
Die Sussexes unterzeichneten 2020 einen mehrjährigen Vertrag im Millionenbereich mit Netflix und versprachen eine Reihe ehrgeiziger Projekte. Doch bis 2025 realisierten sich nur zwei Formate: die Doku-Serie Harry & Meghan (2022) und die Serie Live to Lead (2023). Mehrere andere Vorhaben wurden eingestampft, sodass die Zusammenarbeit weit hinter Konkurrenten wie Shonda Rhimes' Shondaland zurückblieb – die unter einem ähnlichen Abkommen Dutzende Erfolge lieferte.
Hinter den Kulissen soll es zunehmend Spannungen gegeben haben. Netflix-Mitarbeiter berichteten von Frustration über das Auftreten des Paares in Meetings, darunter Meghans Angewohnheit, Harry zu unterbrechen oder seine Ideen umzuformulieren. Einige bemerkten auch ihr plötzliches Verschwinden aus Zoom-Calls. CEO Ted Sarandos soll scherzhaft erwähnt haben, ihre Anrufe nur noch anzunehmen, wenn ein Anwalt anwesend sei – eine Aussage, die Netflix später dementierte.
Der Fokus der Zusammenarbeit verlagerte sich stark auf Meghans Lifestyle-Marke As Ever und die dazugehörige Serie With Love, Meghan. Doch selbst dieses Vorhaben stockte, sodass Netflix mit Ware im Wert von rund 10 Millionen Dollar auf den As Ever-Beständen sitzenblieb. Bis 2025 hatte der Streaming-Riese die Marke faktisch aufgegeben.
Zwei Filmprojekte – Meet Me at the Lake und The Wedding Date – blieben in der Entwicklung stecken. Gleichzeitig begann sich die Branche von Archewell Productions zu distanzieren; Filmemacher und Agenten zeigten kaum noch Interesse an weiteren Kooperationen. Der Exklusivvertrag der Sussexes wird im August 2025 zu einer unverbindlichen "First-Look"-Vereinbarung herabgestuft – ein weiterer Rückschlag für ihre Hollywood-Pläne.
Während die Netflix-Archewell-Partnerschaft an einem Scheideweg steht, fällt ihre Bilanz im Vergleich zu produktiveren Deals deutlich ab. Ohne Aussicht auf Verlängerung und mit schwindender Branchenunterstützung bleibt die Zukunft des Paares in der Unterhaltungsindustrie ungewiss. Der Wechsel zu einer "First-Look"-Regelung mag zwar Flexibilität bieten – doch er markiert auch einen deutlichen Rückzug von den ursprünglichen Ambitionen.






