Nächtliches Mähroboter-Verbot in Bayern scheitert – Igel bleiben in Gefahr
Mia KochIgel in Gefahr - Streit um Schutz vor Mährobotern aus Bayern - Nächtliches Mähroboter-Verbot in Bayern scheitert – Igel bleiben in Gefahr
Geplantes nächtliches Verbot von Mährobotern in Bayern scheitert voraussichtlich im Landtag
Ein landesweiter Vorstoß der Grünen, die nächtliche Nutzung von Mährobotern in Bayern zu verbieten, wird voraussichtlich an diesem Donnerstag im Landtag scheitern. Die Partei hatte die Maßnahme zum Schutz von Igeln gefordert, die durch die Maschinen zunehmend bedroht werden. Zwar haben einige Städte wie Bayreuth und München bereits lokale Beschränkungen eingeführt, doch fehlt es an breiter politischer Unterstützung.
Das von den Grünen vorgeschlagene Verbot sollte den Einsatz der Roboter auf privaten Rasenflächen und Grünanlagen zwischen Dämmerung und Morgengrauen untersagen. Ausnahmen wären nur bei beaufsichtigtem Betrieb oder bei Geräten mit Igelerkennungssystemen möglich. Besonders gefährdet sind junge Igel und solche, die sich bei Gefahr zusammenrollen, statt zu fliehen – sie werden von den Messern der Maschinen leicht verletzt oder getötet.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützte den Plan als einfache, aber wirksame Methode, um Verletzungen und Todesfälle zu reduzieren. Doch CSU, Freie Wähler und AfD lehnten den Vorschlag in den Ausschussberatungen ab. Sie argumentierten, Bayern solle bei solchen Regulierungen keine Vorreiterrolle einnehmen. Die CSU-Fraktion bezeichnete das Vorhaben als "reine Symbolpolitik" und warf den Initiatoren unnötige Kontrollmaßnahmen und Misstrauen vor.
Mindestens drei bayerische Kommunen – Bayreuth, der Landkreis Schwandorf und München – haben bereits eigene nächtliche Verbote erlassen. Diese lokalen Regelungen entsprechen im Wesentlichen dem Grünen-Vorschlag und erlauben als Alternativen entweder eine Aufsichtsperson oder automatische Tiererkennung.
Der große Mähroboter-Hersteller Stihl räumt ein, dass seine Geräte Igel verletzen können, betont aber, man habe Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen. Umwelminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) lehnt ein flächendeckendes Verbot ab und setzt stattdessen auf Aufklärungskampagnen, um Gartenbesitzer zu sensibilisieren.
Der Westigel, in Bayern und weiten Teilen Europas heimisch, gilt mittlerweile als "potenziell gefährdet". In der Hälfte seiner ursprünglichen Verbreitungsgebiete – darunter auch Deutschland – gehen die Bestände zurück. Besonders dramatisch ist der Rückgang in Bayern, was den Handlungsdruck für den Artenschutz erhöht.
Da der Landtag das Verbot voraussichtlich ablehnen wird, bleiben kommunale Verordnungen die einzigen rechtlichen Beschränkungen für Mähroboter in Bayern. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Artenschutz und regulatorischen Ansätzen. Vorerst werden Aufklärung und freiwillige Maßnahmen die wichtigsten Instrumente bleiben, um die Gefahren für Igel zu verringern.