19 March 2026, 10:03

Münchens Zukunft wird am Sonntag entschieden: Reiter oder Krause im OB-Duell

Schwarz-weiß-Foto einer belebten Straße in München, Deutschland, mit Fußgängern, Fahrzeugen, Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens Zukunft wird am Sonntag entschieden: Reiter oder Krause im OB-Duell

Münchens Oberbürgermeister-Stichwahl: Reiter gegen Krause am Sonntag, 22. März

Am kommenden Sonntag, den 22. März, entscheidet sich in München in einer Stichwahl, wer künftig das Rathaus führt: Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) oder sein Herausforderer Dominik Krause (parteilos). Die Wahl wird die Weichen für die nächsten Jahre stellen, denn in zentralen Fragen wie Wohnungsbau, Verkehr und Stadtentwicklung gehen die beiden Kandidaten unterschiedliche Wege.

Reiter, der im ersten Wahlgang 35,6 Prozent der Stimmen holte, setzt auf Kontinuität und zurückhaltende Reformen. Krause, der mit 29,5 Prozent ins Rennen geht, wirbt hingegen für radikale Veränderungen – insbesondere bei Wohnraum und Mobilität.

Wohnungsnot als zentrales Wahlkampfthema Reiter bezeichnet das Münchner Stadtentwicklungsmaßnahmenprogramm (SEM) als gescheitert und plädiert für eine Mischung aus verschiedenen Strategien, um das Angebot zu erhöhen. Krause hingegen verteidigt das SEM als wichtiges Instrument für bezahlbaren Wohnraum und verspricht, 50.000 neue Wohnungen zu bauen. Zudem schlägt er vor, leerstehende Büros in Wohnungen umzuwandeln und eine Behörde einzurichten, die diese Umnutzung koordiniert. Ein weiterer Baustein seines Plans: Studentisches Wohnen mit Mieten, die auf 450 Euro pro Monat gedeckelt werden.

Verkehrspolitik: Auto, Rad oder ÖPNV? Während Reiter den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Verbesserung der Radinfrastruktur befürwortet – aber betont, dass Autofahrer nicht benachteiligt werden dürfen –, setzt Krause auf eine schnellere Expansion von Bus und Bahn sowie auf mehr Radwege. Dabei zeigt er weniger Rücksicht auf die Belange von Autofahrern.

Streit um die IAA und das Oktoberfest-Bier Auch bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) gehen die Meinungen auseinander: Reiter will die Messe in München halten – inklusive der Nutzung öffentlicher Plätze. Krause hingegen fordert eine Reform und möchte Werbeauftritte auf Stadtplätzen verbieten.

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Ein weiteres Streitthema ist das Bier auf dem Oktoberfest. Während Reiter sich nicht klar positioniert, ob die Giesinger Brauerei als siebte Brauerei zugelassen werden soll, zeigt sich Krause offen für die Aufnahme eines weiteren Münchner Traditionsbetriebs. Einig sind sich beide jedoch darin, dass mehr Wohnraum geschaffen werden muss – wie dieser entstehen soll, bleibt umstritten.

Großprojekte wie das Eisbachviertel/Tucherpark mit rund 600 geplanten Wohneinheiten zeigen, dass die Stadt handelt – doch bürokratische Hürden bremsen den Fortschritt. Wie viele neue Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren tatsächlich entstanden sind, bleibt unklar.

Wahl mit Signalwirkung: Kontinuität oder radikaler Wandel? Die Stichwahl entscheidet, ob München unter Reiters Führung weiter auf bewährte Pfade setzt oder mit Krauses Reformplänen eine neue Richtung einschlägt. Der Sieger wird die Politik in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Stadtentwicklung prägen – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Entwicklung der Landeshauptstadt.

Die Wähler müssen sich am Sonntag zwischen Bewährtem und mutigen Neuanfängen entscheiden.

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