Pilotprojekt: Münchner S-Bahn steuert Zug ferngesteuert - Münchens S-Bahn testet revolutionäres Fernsteuerungssystem für Züge
Münchens S-Bahn testet erstmals in Deutschland ein neues System für ferngesteuertes Rangieren. Die Technologie ermöglicht es Triebfahrzeugführern, Züge der Deutschen Bahn von einer zentralen Leitstelle aus per Tablet oder über eine 5G-Verbindung zu steuern. Sollte sich das Verfahren bewähren, könnte es die Zugabfertigung im gesamten Land revolutionieren.
Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht die Steigerung der Effizienz: Durch kürzere Zeiten für Wartung, Reinigung und die Rückkehr der Züge in den Betrieb soll der Ablauf optimiert werden. Die Fahrer im Remote Operation Center können Aufgaben wie das Öffnen der Türen, die Signalsteuerung oder die Beleuchtung übernehmen – ganz ohne an Bord zu sein. Dieses ferngesteuerte System zielt darauf ab, Verspätungen zu reduzieren und die Verfügbarkeit der Züge für Fahrgäste zu erhöhen.
Getestet wird die Technologie derzeit an der Münchner S-Bahn-Flotte. Bis 2028 sollen schrittweise 100 der knapp 300 Züge der Stadt damit ausgerüstet werden. Für die vollständige Umsetzung sind Landesmittel in Höhe von rund 25 Millionen Euro vorgesehen, wobei die Zertifizierung noch aussteht. Harmen van Zijderveld, im Vorstand der Deutschen Bahn zuständig für den Regionalverkehr, betont die möglichen Vorteile – von Kosteneinsparungen bis hin zu einer attraktiveren Arbeitsumgebung für S-Bahn-Mitarbeiter.
Bei Erfolg ließe sich das System auch auf andere Zugmodelle übertragen und in weiteren S-Bahn-Netzen bundesweit einführen.
Das ferngesteuerte Rangieren verspricht schnellere Umlaufzeiten und mehr Flexibilität im Betrieb. Münchens Testphase wird zeigen, ob sich das Konzept flächendeckend umsetzen lässt. Ein Erfolg würde einen bedeutenden Wandel in der Steuerung der deutschen Bahnflotten einläuten.