Münchens neuer Oberbürgermeister Krause stoppt dritte Startbahn am Flughafen
Greta KleinMünchens neuer Oberbürgermeister Krause stoppt dritte Startbahn am Flughafen
München wählt Dominik Krause von den Grünen zum neuen Oberbürgermeister
Die bayerische Landeshauptstadt hat mit Dominik Krause im März 2026 einen Kandidaten der Grünen zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Sein Sieg markiert einen politischen Wechsel an der Spitze der Stadt, nachdem er den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) besiegte. Das Ergebnis festigt den Widerstand gegen die umstrittene dritte Startbahn am Flughafen München – ein Projekt, das nun auf massiven Widerstand sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene stößt.
Krause sicherte sich mit 56,4 Prozent der Stimmen eine klare Mehrheit. Zwar vermied er im Wahlkampf eine direkte Auseinandersetzung mit dem Ausbauvorhaben, doch seine Position als Klimaschützer deutet auf eine entschiedene Ablehnung des Plans hin. Als Oberbürgermeister vertritt er die Stadt München in der Gesellschafterversammlung des Flughafens, wo die Kommune mit einem Anteil von 23 Prozent ein faktisches Vetorecht bei zentralen Entscheidungen besitzt – einschließlich der dritten Startbahn.
Das Projekt ist bereits jetzt mit rechtlichen Hürden konfrontiert. Im Mai 2024 beantragte der Flughafen München die Aufrechterhaltung seiner Planfeststellung mit der Begründung, erste Vorbereitungsarbeiten seien bereits angelaufen. Das Verwaltungsgericht gab dieser Argumentation im Juli 2025 statt und wies Klagen gegen die Baugenehmigungen ab. Dennoch bleibt die Zukunft der Startbahn ungewiss.
Auf Landesebene verhängte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Moratorium für das Vorhaben bis 2028. Zusammen mit Münchens Vetorecht steht der Ausbau damit vor einer doppelten Blockade. Unterdessen wirbt Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin für die dritte Bahn und verweist auf den dringenden Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten.
Faktisch ist das Projekt vorerst auf unbestimmte Zeit gestoppt. Mit Krauses Wahl festigt sich Münchens Ablehnung, während Söders Moratorium eine weitere Verzögerungsebene schafft. Ohne einstimmige Zustimmung aller Beteiligten – einschließlich der Stadt – kann der Bau selbst bei positiven Gerichtsurteilen nicht vorankommen.






