06 February 2026, 06:03

Münchens Milliarden-Projekt: Wie ein KI-Rechenzentrum Deutschlands Digitalisierung revolutioniert

Ein großer Raum voller numerous wires und elektronischen Geräten auf dem Boden, mit einer Wand auf der linken Seite, der einem Datenzentrum mit verschiedenen Servern und interconnected cables ähnelt.

Münchens Milliarden-Projekt: Wie ein KI-Rechenzentrum Deutschlands Digitalisierung revolutioniert

Im Münchner Tucherpark entsteht ein KI-Rechenzentrum für 1 Milliarde Euro

Das Projekt, das im vergangenen November angekündigt wurde, ist eine gemeinsame Initiative von Deutsche Telekom und NVIDIA. Zur feierlichen Grundsteinlegung erschienen prominente Gäste, darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Lars Klingbeil. Die Veranstaltung zog bundesweite Medienaufmerksamkeit auf sich.

Die Anlage erstreckt sich über 10.700 Quadratmeter, wobei sechs Stockwerke unter der Erde liegen. Sie beherbergt mehr als 8.000 NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs) und steigert damit die KI-Rechenleistung Deutschlands um 50 Prozent. Das Zentrum verbraucht 15 Megawatt Strom und nutzt den nahegelegenen Eisbach für eine umweltfreundliche Kühlung.

Im Inneren verbinden 75 Kilometer Glasfaserkabel die Systeme mit einer Geschwindigkeit von 2 × 400 Gbit/s – alles verwaltet von der Deutschen Telekom. Das Unternehmen hat die Flächen von Polarise angemietet, einem Rechenzentrum, das zuvor von der HypoVereinsbank genutzt wurde. Ziel des Projekts ist es, Industrieunternehmen und mittelständische Betriebe zu unterstützen und Deutschlands digitale Souveränität zu stärken.

Das erste große Vorhaben auf der neuen Industrial AI Cloud ist das Forschungsprojekt SOOFI. Dabei soll ein europäisches Großes Sprachmodell (LLM) speziell für industrielle Anwendungen entwickelt werden. Bereits jetzt haben wichtige Partner wie Siemens, Agile Robots, PhysicsX und die Leibniz Universität Hannover Verträge zur Nutzung der Plattform unterzeichnet.

Das Rechenzentrum im Tucherpark wird eine Hochleistungs-KI-Infrastruktur für die deutsche Industrie bereitstellen. Unternehmen wie Siemens und Agile Robots planen, die Cloud für Forschung und Betrieb zu nutzen. Mit seiner innovativen Kühltechnik, der enormen GPU-Kapazität und der schnellen Datenanbindung soll die Anlage zu einem zentralen Knotenpunkt für die KI-Entwicklung in Europa werden.