23 January 2026, 02:04

Monatelange Bahn-Sperren: Deutschlands marode Schienen bringen Europa an den Rand des Kollapses

Ein Güterzug fährt auf Schienen neben einer Stadt, mit Gebäuden, Bäumen, Gras, Strommasten, Kabeln und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Monatelange Bahn-Sperren: Deutschlands marode Schienen bringen Europa an den Rand des Kollapses

Massive Bahn-Einschränkungen drohen: Deutschlands marode Infrastruktur wird generalüberholt

Deutschland steht vor monatelangen schweren Beeinträchtigungen im Schienenverkehr, während das Land seine überalterte Infrastruktur modernisiert. Zwei zentrale Strecken zwischen Österreich und Deutschland werden für Monate gesperrt – mit teuren Umleitungen als Folge. Die Sperrungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Deutsche Bahn ohnehin vor enormen Herausforderungen steht: Die Modernisierungsarbeiten sollen mindestens bis 2034 dauern.

Ab Februar 2024 wird die wichtige Güterverkehrsachse von Passau in Richtung Regensburg und Nürnberg für ein ganzes Jahr stillgelegt. Eine weitere entscheidende Personenverkehrsstrecke – von Freilassing bei Salzburg über Rosenheim nach München – bleibt ein halbes Jahr gesperrt. Beide Maßnahmen sind Teil des groß angelegten Bahnmodernisierungsplans Deutschlands, den die Verantwortlichen selbst als langfristiges Vorhaben bis mindestens 2034 einordnen.

Die Bundesregierung steuert die Infrastrukturprojekte über das Bundesschienenwegeausbaugesetz, federführend ist das Verkehrsministerium. Doch die Bauarbeiten belasten bereits jetzt vor allem den österreichischen Bahnbetreiber ÖBB. dessen Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä die Lage der Deutschen Bahn als "dramatisch" bezeichnete. Die Sperrungen zwingen zu langen Umwegen und verursachen zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

Der Güterverkehr, der nach Jahren der Verluste ohnehin unter Druck steht, sieht sich nun weiteren Belastungen ausgesetzt. Viele Spediteure verlagern ihre Transportaufträge auf den Straßenverkehr, wo Fern-Lkw zwar weniger nachhaltig, aber schneller sind. Die ÖBB-Sparte Rail Cargo versucht mit dem Restrukturierungsprogramm "Phoenix" die Wende zu schaffen und strebt bis 2027 einen bescheidenen Gewinn an.

Trotz der Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke: Die neu eröffnete Koralmbahn in Österreich – inklusive ihres 33 Kilometer langen Tunnels – hat sich als Erfolg erwiesen. Täglich nutzen rund 7.000 Fahrgäste die Strecke, die zudem die regionale Wirtschaft stärkt. Zudem kündigte die ÖBB an, die Ticketpreise nur im Rahmen der allgemeinen Inflation anzuheben – eine Entlastung für Reisende.

Die Sperrungen werden die Bahnnetze auf beiden Seiten der Grenze auf eine harte Probe stellen, wobei die ÖBB den Löwenanteil der Umleitungskosten tragen muss. Während Deutschland seine Modernisierung vorantreibt, müssen Güterverkehr und Fahrgäste monatelange Einschränkungen in Kauf nehmen. Das Fernziel bleibt ein vollständig modernisiertes System – doch bis dahin sind Verzögerungen und höhere Ausgaben unvermeidbar.