Mittelstand in der Krise: Warum 2024 die Insolvenzwelle besonders hart trifft
Mia KochKleinbetriebe stehen zunehmend unter Druck - Mittelstand in der Krise: Warum 2024 die Insolvenzwelle besonders hart trifft
Deutsche Unternehmen standen 2024 vor großen Herausforderungen: Die Insolvenzzahlen stiegen drastisch um 25 Prozent an. Besonders hart trifft es den Mittelstand – die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die ohnehin schon stärker zu kämpfen haben als sonst. Aktuelle Daten zeigen, dass sich ihre finanzielle Lage in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert hat und wichtige Branchen besonders betroffen sind.
Zwischen 2018 und 2023 verlor der Mittelstand an wirtschaftlicher Bedeutung. Sein Anteil am Gesamtumsatz sank um vier Prozentpunkte, während die Beschäftigtenzahl in diesen Betrieben im gleichen Maße zurückging. Auch der Beitrag des Sektors zur Bruttowertschöpfung verringerte sich in diesem Zeitraum um zwei Prozentpunkte.
Am stärksten unter den Insolvenzen litten das Baugewerbe, die Gastronomie und die verarbeitende Industrie. Im vergangenen Jahr stiegen die Pleiten besonders bei den kleinsten Unternehmen sowie bei größeren Mittelständlern mit über 100 Mitarbeitenden stark an. Nur bei KMU mit bis zu 100 Beschäftigten zeigten sich 2025 leichte Anzeichen einer Stabilisierung.
Der Druck auf diese Betriebe wächst stetig. Während die Insolvenzen insgesamt 2024 um ein Viertel zunahmen, trug der Mittelstand eine besonders hohe Last. Fachleute betonen, dass dieser Trend auf übergeordnete wirtschaftliche Probleme hinweist und nicht nur auf isolierte Schwächen in einzelnen Bereichen.
Die jüngsten Zahlen unterstreichen eine schwierige Phase für den deutschen Mittelstand: Umsätze, Beschäftigung und Marktanteile gehen zurück. Sowohl kleinere als auch größere mittlere Unternehmen bleiben besonders anfällig, auch wenn sich bei Betrieben mit weniger Personal erste Stabilisierungstendenzen abzeichnen. Ohne Besserung könnte die Belastung dieser Unternehmen weiterhin auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen.